Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528316
Das 
Geniefscn 
der Kunstwerke. 
217" 
grofse Unternehmung. Ich werde ihr die nächsten 
vier Monate ganz widmen und mit Freudenf") Und 
das war keine Phrase, wie seine nun folgenden sehr 
ausführlichen Briefe über das Werk uns heute noch 
beweisen. 
Namentlich wenn wir eine Zeit lang einer Kunst ent- 
üemdet wurden, kostet es erst Stunden und Tage, 
ehe wir wieder heimisch werden. „Ich ltiabe gestern 
und vorgestern die Vorproben mit Vergnügen besucht," 
schreibt Goethe an Schiller im Juni 1799, als zu Ehren 
des zu Besuch erwarteten preufsischen Königspaares 
musikalische Aufführungen vorbereitet wurden, "und (ich 
habe) auch dabei wieder die Bemerkung gemacht, wie 
sehr man mit einer Kunst in Verhältnis, Übung und 
Gewohnheit bleiben mufs, wenn man ihre Produktionen 
einigermaßen genießen und etwa gar beurteilen will. 
Ich habe schon öfters bemerkt, dal's ich nach einer 
langen Pause mich erst wieder an Musik und bildende 
Kunst gewöhnen mufs, um ihnen im Augenblick etwas 
abgewinnen zu können." 
]edes wahre Kunstwerk ruft uns zu: Tretet herein, 
denn auch hier sind Götter! Aber ein Eintreten ist 
auch nötig, das Herantreten genügt nicht. 
„Gedichte sind gemalte Fensterscheiben! 
Sieht man vorn Markt in die Kirche hinein, 
Da ist alles dunkel und düster. 
Und so sieht's auch der Herr Philister: 
Der mag dann wohl verdricfslich sein 
Und lebenslang vcrdricfslich bleiben. 
  
Schiller 
an Goethe, 
Juli 
1796.
        

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