Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528268
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Goethes 
Ästhetik. 
der Tafel sitzt. 
der auf Beifall 
obenan bei 
den Dichter, 
so gilt 
ist, der 
Und 
erpicht 
überall 
Rat : 
für 
„Sprichst du zum Volke, zu Fürsten und Königen, allen 
Magst du Geschichten erzählen, worin als wirklich erschcinet, 
WVas sie wünschen und was sie selber zu leben bcgehrtenf") 
Als Goethe in Italien?) eine Tragödie spielen sah, 
iiel es ihm am meisten auf, wie ganz anders die 
italienischen Zuschauer die Vorgänge auf der Bühne be- 
trachteten. „Ihr Anteil am Schauspiel ist nur als an 
einem Wirklichen. Da der Tyrann seinem Sohne das 
Schwert reichte und forderte, (lafs dieser seine eigene 
gegenüberstehende Gemahlin umbringen sollte, ling das 
Volk laut an, sein Mifsvergnügen über diese Zumutung 
zu beweisen, und es fehlte nicht viel, so wäre das 
Stück unterbrochen worden. Sie verlangten, der Alte 
sollte sein Schwert zurücknehmen, wodurch denn frei- 
lich die folgenden Situationen des Stücks wären auf- 
gehoben worden. Endlich entschlofs sich der bedrängte 
Sohn, trat ans Proscenium und bat demütig, sie möchten 
sich nur noch einen Augenblick gedulden, die Sache  
werde noch ganz nach Wunsch ablaufen." 
Gebildete, reife Menschen aber können und sollen 
Kunstwerke nicht wie Wirklichkeiten aufnehmen; sie 
werden nicht schöne Bilder küssen und nicht den Schau- 
spieler, der einen Bösewicht verkörpert, mit häfslichen 
Sachen bewerfen. Aber auch sie sollten sich der Kunst, 
wie die Jugend und das Volk, mit frischer Empfänglichkeit 
Gedichte. 
Erste Epistel. 
2) Ital. 
Reise, 
Oktober 1 786.
        

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