Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528224
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Goethes 
Ästhetik. 
Wie hier bei dem Stücke Kotzebues die Ausstattung 
mehr wert war als das Drama, so leidet stets die wahre 
Kunst, wenn die Technik allzuweit verfeinert und die 
äufsere Form mehr beachtet wird als der innere Gehalt. 
Goethe hafste allen schlechten Luxus. Z. B. klagte er 
über den unsinnigen Bücherluxus in England: „Ein 
botanisches Werk, blois von Tannen handelnd, kostet 
achtzig Guineenlm) „Wie ganz anders mufs zu Eycks 
Zeit das Kunstleben und die Kunstliebe geblüht haben! 
Jetzt verschlingt der schlechte Luxus alleslm) Goethe 
litt deshalb auch keinen Prunk um sich 5 er wufste ja, 
"dal's jedes Werk diejenige Stimmung wieder erweckt, 
aus der es hervorgegangen ist; der schlechte Luxus 
geht aber schliefslich auf Menschen zurück, deren Leben 
ohne Arbeit und ohne Inhalt unnütz verläuft, und selbst 
auf den fleifsigen Goethe wirkte deshalb dieser Luxus 
erschlaffend, Gedanken und Arbeitslust ertötend. 
handen. Als junger Mann in Frankfurt dachte er sich eine 
derbe Posse ,Hanswursts Hochzeitt aus. Der Hoehzeitsschmaus 
sollte beim Wirt zur goldnen Laus vor sich gehen; dessen Wirts- 
haus stand im Hintergrunde der Bühne, Haber so, als wenn es, 
auf einem Zapfen umgedreht, nach allen vier Seiten könnte 
vorgestellt werden, wobei sich jedoch die vordern Kulissen des 
Theaters schieklich zu verändern hätten." (Aus meinem Leben 
IV, I8.)  1) Zu Boisseree, I. Oktober 1815. Bicdermann III, 
246.  2) Bei den Boisseräes in Heidelberg. September und 
Oktober 1314, Biedermann III, 131.
        

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