Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528188
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Goethes 
Ästhetik. 
Calderon und Moliere, so hätte er sich auch wahr- 
scheinlich einer strengeren Theaterform gefügt?) "Doch 
clies ist keineswegs zu beklagen, denn was Shakespeare 
als Theaterdichtei" für uns verloren hat, das hat er als 
Dichter im allgemeinen gewonnen." 
S0 kühl-praktisch wie zu dem Gesetz der drei Fin- 
heiten, verhielt sich Goethe gegen die ganze säuberlich 
ausgearbeitete Poetik, wie sie besonders in Frankreich 
aus antiken Überlieferungen und neuen Vernünfteleien 
zusammengestellt war?) Dort hatte sich „die immer 
anstrebende und zu Ludwigs des Vierzehnten Zeiten zur 
Reife gedeihende Verstandeskultur immerfort bemüht, 
alle Dicht- und Sprecharten genau zu sondern, und 
zwar so, dafs man nicht etwa von der Form, sondern 
vom Stoff ausging und gewisse Vorstellungen, Gedanken, 
Ausdrucksweisen, Worte aus der Tragödie, der Komödie, 
der Ode hinauswies und andere dafür, als besonders 
geeignet, in jenen besondern Kreis aufnahm und für 
ihn bestimmte. Man behandelte die verschiedenen 
Dichtungsarten wie Sozietäten, in denen auch ein 
besonderes Betragen schicklich ist. Anders benehmen 
sich Männer, wenn sie allein unter sich, anders, wenn 
sie mit Frauen zusammen sind, und wieder anders wird 
sich dieselbe Gesellschaft betragen, wenn ein Vornehmer 
unter sie tritt, dem sie Ehrfurcht zu bezeigen Ursache 
haben. Der Franzose scheut sich auch keineswegs, bei 
Urteilen über Produkte des Geistes von Convenancen 
zu sprechen, ein Wort, das eigentlich nur für die 
1) Vgl. Eckermann, 26 Juli 
Rameaus Neffe. Geschmack 
1826. 
Anmerkungen 
ZU
        

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