Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528128
198 
Goethes 
Ästhetik. 
noch ganz gut und charakteristisch ist, in einem andern 
leer und unerträglich erscheint." Zu Eckermanm) aber 
machte er die treffende Bemerkung{ „Wenn man den 
Inhalt meiner ,Römischen Elegient in den Ton und in 
die Versart von Byrons ,Don juan" übertragen wollte, 
so müfste sich das Gesagte ganz Verrucht ausnehmen .   
Es liegen in den verschiedenen poetischen Formen geheim- 
nisvolle grofse Wirkungen." Schiller bestätigte das einmal 
in einem an Goethe gerichteten Briefef) in dem er von 
einer Übersetzung des Mahomet von Voltaire spricht. 
„Die Eigenschaft des Alexandriners, sich in zwei gleiche 
Hälften zu trennen, und die Natur des Reims, aus zwei 
Alexauclrinern ein Couplet zu machen, bestimmen nicht 
blofs die ganze Sprache, sie bestimmen auch den 
ganzen inneren Geist dieser Stücke, die Charaktere, die 
Gesinnung, das Betragen der Personen. Alles stellt sich 
dadurch unter die Regel des Gegensatzes, und wie die 
Geige des Musikanten die Bewegungen der Tänzer 
leitet, so auch die zweischenkligte Natur des Alexandriners 
die Bewegungen des Gemüts und die Gedanken. Der 
Verstand wird ununterbrochen aufgefordert, und jedes 
Gefühl, jeder Gedanke in diese Form wie in das Bette 
des Prokrustes gezwängt." 
Zu den zauberhaften Wirkungen des Versmafses ge- 
hört ja auch die, dafs ein Nichts von Inhalt in poetischer 
Form ein Aussehn bekommt, als wäre es etwas. Ecker- 
mann bemerkte von den jungen Dichtern der zwanziger 
Jahre, dafs fast keiner von ihnen mit einer guten Prosa 
aufgetreten seiß)   
  25. Februar 18-24. 
Eckcrmann, 29. Januar 
Vom 
 2) 
1827. 
Oktober 
I799'
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.