Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528108
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Goethes 
Ästhetik. 
höchsten Alter zu Eckermannf) „s0 würde ich ab- 
sichtlich gegen alle solche technischen Grillen verstofsen; 
ich würde Allitterationen, Assonanzen und falsche Reime, 
alles gebrauchen, wie es mir käme und bequem wäre, 
aber ich würde auf die Hauptsache ausgehen und so 
gute Dinge zu sagen suchen, dafs jeder gereizt werden 
sollte, es zu lesen und auswendig zu lernen." 
"Ein reiner Reim wird wohl begehrt; 
Doch den Gedanken rein zu haben, 
Die edelste von allen Gaben, 
Das ist mir alle Reime wertf") 
So spricht derselbe Dichter, der im Zwiegespräch 
zwischen Faust und Helenail) die schönste poetische 
Verherrlichung des Reims gedichtet hat. 
Auch die wunderbare Bedeutung des Metrums kannte 
Goethe aufs beste, er wandte sich aber auch hier gegen 
die "Cyklopen" wie Vofs, nach deren Hämmern sich 
nun alle andern richten sollten.  
"Noch bin ich gleich von euch entfernt, 
Hass" euch Cyklopen und Silbenfresser. 
Ich habe nichts von euch gelernt; 
Ihr Wufstcfs immer besscrf") 
„In zehn Jahren," so schreibt er 1807 an seinen 
Freund Knebelf) "wird der Dünkel, womit die Rhyth- 
miker von der strengen Observanz sich jetzt vernehmen 
lassen, höchst lächerlich sein," aber freilich gesteht er 
zu, dafs sie einen allgemeinen bessernden Einüufs auf 
die poetische Form haben. "Es ist übrigens gut, dafs 
1) 9. Februar 1831.  
11, 3. Innerer Burghof.  
1807, Weim. Ansg. IV, I9, 
 2) Zahme Xcnicn. 
4) Zahme Xenien.  
283. 
3) Faust, 
I4. März
        

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