Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528050
und 
Gehalt 
Tendenz. 
191 
distische Sinn, welcher das Hohe, Grofse, Edle, Gute, 
Zarte herunterzieht und ins Gemeine verschleppt, woran 
wir immer ein Symptom sehen, dafs die Nation, die daran 
Freude hat, auf dem Wege ist, sich zu verschlechtern; 
vielmehr wird hier das Rohe, Brutale, Niedrige, das 
an und für sich selbst den Gegensatz des Göttlichen 
macht, durch die Gewalt der Kunst dergestalt empor- 
gehoben, dafs Wir dasselbe gleichfalls als an dem Er- 
habenen teilnehmend empfinden und betrachten müssen I" 
Und an anderer Stellel) betont er: 
„Bei den Griechen, deren Poesie und Rhetorik 
einfach und positiv war, erscheint die Billigung öfter 
als die Mifsbilligung; bei den Lateinern hingegen ist es 
umgekehrt, und je mehr sich Poesie und Redekunst 
verdirbt, desto mehr wird der Tadel wachsen und das 
Lob sich zusammenziehen." 
Lustig mag das Tadeln und Spotten scheinen, aber 
es ist nur ein scheinbarer Gewinn an Lust. „Sehr 
Schlimm ist es dabei, dafs das Humoristische, weil es 
keinen Halt und kein Gesetz in sich selbst hat, doch 
zuletzt früher oder später in Trübsinn und üble Laune 
ausartet, wie wir davon die schrecklichsten Beispiele 
erleben müssen. Übrigens giebt es noch immer 
Menschen genug, die dergleichen Dinge anstaunen und 
verehren, weil das Publikum es Jedem Dank weil's, der 
ihm den Kopf verrücken willf") 
 Maximen und Reflexionen. 
xVcim. Ausg. IV, 20, 194. 
V2) An Zeltcr, 30. Oktober 1808.
        

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