Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527974
Gehalt und 
Tendenz. 
183 
"Dichten ist ein Übermut; 
Niemand schalte mich! 
Habt getrost ein warmes Blut, 
Froh und frei, wie ich! 
geh; 
Wenn des Dichters Mühle geh 
Halte sie nicht ein! 
Denn wer einmal uns versteht, 
Wird uns auch vcrzcihüif") 
Wenn das Genie eine göttliche Offenbarung ist, so 
mufs man seine Bethätigung als ein von Gott gewolltes 
Phänomen hinnehmen, ohne viel zu mäkeln. Nicht 
der Eiferer ist fromm, sondern der Gottergebene. 
"Hätte Gott mich anders gewollt, 
So hätte er mich anders gebaut; 
Du er mir aber Talent gezollt, 
Hat er mir vicl vertraut. 
Ich brauch' cs zur Rechten und Linken, 
Wcifs nicht, was daraus kommt; 
Wenn's nicht nmehr frommt, 
YVird er schon winkcnße) 
Aber freilich mufs nicht alles an die grofse Öffent- 
lichkeit kommen, was der einzelne Dichter keck hervor- 
Sprudelt. Als Goethe zwei eigene Gedichte, die er als 
allzu stark nicht in seine Werke aufnahm, Eckermann 
zeigte, bemerkte erz3) 
"Könnten Geist und höhere Bildung ein Gemeingut 
Werden, so hätte der Dichter ein gutes Spiel; er könnte immer 
durchaus wahr sein und brauchte sich nicht zu scheuen, 
1) Divan, 
Xenien.  a) 
Buch des Sängers, Derb und tüchtig. 
Eckcrmann, 25. Februar 1824. 
9) Zahmc
        

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