Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527949
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Ästhetik. 
Goethes 
wirksam und brauchbar, sie waren in der älteren Dichtung 
die ursprüngliche einzige vis comica, und Goethe konnte 
sie sich von der Komödie nicht gut entfernt denkenf) 
Wenn dergleichen sich für heranwachsende Mädchen 
nicht eigne, dann wäre es ja auch nicht notwendig, dafs 
die Backfische solche Stücke besuchten. „Was thun 
unsere jungen Mädchen im Theaterim, fragte er, als 
Eckermann beklagte, dafs man Molieres Stücke nicht 
in ihrer ganzen Derbheit und Natürlichkeit auf der 
Bühne zu sehen bekomme. "Sie gehören gar nicht 
hinein, sie gehören ins Kloster, und das 'l"heater ist blofs 
für Männer und Frauen, die mit menschlichen Dingen 
bekannt sind. Als Moliere schrieb, waren die Mädchen 
im Kloster, und er hatte auf sie gar keine Rücksicht 
zu nehmen." Auch gegen G. v. Reinbeck klagte unser 
Dichter, dafs das deutsche Publikum zu prüde sei und 
nicht recht Spafs verstehe?) Denn dadurch werde 
der Bühne ein Gebiet verschlossen, das wenigstens den 
Genufs gröfserer Mannigfaltigkeit geben könne, und, 
recht behandelt, könne gerade das Groteskkomische 
ein Vehikel sein, so manches zur Sprache zu bringen, 
was in zarterer Behandlung einen zu ernsten Charakter 
gewinne. 
Auch in seinem Aufsatz ,Deutsches Theater" beklagt 
Goethe deutlich, dafs die Freunde des Theaters, dieser 
„de1' höheren Sinnlichkeit eigentlich nur gewidmeten 
Anstalt," sich haben verleiten lassen, der Polizei, den 
Frommen und den Moralisten gegenüber die Bühne 
1) Gespräch mit Wieland 1799, Aufzeichnung 
Biedermann I, 198. Vgl. auch v. Müller, 22. März 
2) Ende September 1806. Biedcrmann II, 104. 
Böttigcrs, 
I 824. 
        

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