Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526232
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um 
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uns 
herum. 
damals die Entwickelungslehren, die erst nach seiner Zeit 
genauer erforscht und dargestellt wurden; er glaubte es 
zu sehen, wie die Natur in stetigem Fortschreiten immer 
höhere Wesen ausbilde, bis sie endlich zu ihrem höchsten 
Wesen, dem Menschen, gelangte. Auch im ästhetischen 
Sinne erschien ihm der Mensch das vollkommenste 
Naturwerk. Die Tiere bedürfen noch des Schmuckes, 
den sie oft in ganz unverhältnismäfsigen Organen, als 
da sind Hörner, lange Schweife, Miihnen u. dgl. zu- 
sammengepackt tragen. Das alles fällt beim Menschen 
weg, der schmucklos, durch sich selbst schön, dasteht, 
der alles, was er hat, auch ist, wo Gebrauch, Nutzen, 
Notwendigkeit und Schönheit, alles Eins ist und zu 
Einem stimmtJ) 
Von lebenden Wesen wird dort die Schönheit er- 
reichtgwo sie nicht unter widrigen Verhältnissen allzu- 
sehr leiden, wo sie ihre Eigenart frei entfalten können. 
"Das Gesetz, das in die Erscheinung tritt, in der gröfsten 
Freiheit, nach seinen eigenen Bedingungen, bringt das 
Objektiv-Schöne hervorfm) Erkannt aber wird die 
Schönheit vom Menschen zuerst und empfunden wird sie 
von ihm am stärksten, wenn sie am Äufseren anderer 
Menschen zur Erscheinung gelangt. 
Drei Göttinnen sah der Schäfer auf dem Idaberge 
plötzlich vor sich. Hera versprach: wenn er ihr den 
goldenen Apfel reiche, so wolle sie ihn zum Herrn 
über Asien und Europa erheben; die zweite der 
Göttinnen, Pallas Athene, war bereit, ihn zu einem un- 
1) Diese Gedanken mündlich gegen Riemer ausgeüihrt, 
23. November 1806, Bieclermann,  9) Sprüche. 
        

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