Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527877
und 
Gehalt 
Tendenz. 
173 
"lebenslänglich bemüht war, schädliche Vorurteile zu be- 
kämpfen, engherzige Ansichten zu beseitigen, den Geist 
seines Volkes aufzuklären, dessen Geschmack zu reinigen 
und dessen Gesinnungs- und Denkweise zu veredeln: was 
soll er denn da Besseres thun? Und wie soll er denn 
da patriotischer wirken? An einen Dichter so ungehörige 
und undankbare Anforderungen zu machen, wäre ebenso, 
als wenn man von einem Regimentschef verlangen 
wollte, er müsse, um ein rechter Patriot zu sein, sich 
in politische Neuerungen vertlechten und darüber seinen 
nächsten Beruf vernachlässigenf") 
"Es giebt keine patriotische Kunst und keine 
patriotische Wissenschaft. Beide gehören wie alles 
hohe Gute der ganzen Welt anß?) 
Viel gefährlicher noch als der allgemeine Patriotismus 
ist dem Dichter die Parteipolitik. Er steigt da noch 
tiefer herab von der Höhe, die ihm angewiesen war, und 
er gerät an das Negieren, Opponieren und Disputieren, 
die doch das Gegenteil von künstlerischem Gestalten sind. 
„Geben Sie Acht," sagte Goethe wenige Tage vor 
seinem Tode über Uhland, "der Politiker wird den 
Poeten aufzehren. Mitglied der Stände sein und in 
täglichen Reibungen und Aufregungen leben, ist keine 
Sache für die zarte Natur eines Dichters."3) Und ein 
andermal urteilte er von dem englischen Dichter 
Thomson, sein Gedicht über die jahreszeiten sei sehr 
gut, das über die Freiheit dagegen sehr schlecht, und 
das Letztere erkläre sich nicht aus Mangel an Poesie 
1 8 32. 
März 
1) Zu Eckerrnann, im März 
Reflexionen.  3) Eckcrmann, im 
1832. 
Maximen 
und
        

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