Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527771
Stoff. 
Der 
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als Geist und mehr politischen Geist als künstlerischen, 
alle Naivetät und Sinnlichkeit ist dagegen gänzlich ver- 
loren gegangen." 
Als von Manzonis ,Verlobtent wieder die Rede war, 
dachte Goethe auch an die bekannte Lehre des 
Aristoteles, das Trauerspiel müsse Furcht erregen, wenn 
es gut sein solle, und er sagte zu Eckermannf) das 
gelte nicht blofs von der Tragödie, sondern auch von 
mancher andern Dichtung. „Sie finden es in meinem 
,Gott und die Bajaderet, Sie finden es in jedem Lust- 
spiele und zwar bei der Verwickelung; ja, Sie finden es 
sogar in den ,Sieben Mädchen in Uniform?) indem 
wir doch immer nicht wissen können, wie der Spafs 
für die guten Dinger abläuft. Diese Furcht nun kann 
doppelter Art sein: sie kann bestehen in Angst oder 
sie kann auch bestehen in Bangigkeit. Diese letztere 
Empfindung wird in uns rege, wenn wir ein moralisches 
Übel auf die handelnden Personen heranrücken und 
sich über sie verbreiten sehen, wie z. B. in den ,Wahl- 
Aerwandtschaften". Die rängst aber entsteht im Leser 
oder Zuschauer, wenn die handelnden Personen bedroht 
werden, z. B. in den ,Galeerensklavent3) und im ,Frei- 
schützt; ja in der Scene der Wolfsschlucht bleibt es 
nicht einmal bei der Angst, sondern es erfolgt eine 
totale Vernichtung in allen, die es sehen. 
X„Von dieser Angst nun macht Manzoni Gebrauch, 
und zwar mit wunderbarem Glück, indem er sie in 
1) Eckcrmann, 21. Juli 1827. 
G. Winkler (Thcodor Hell). 
e) VOn 
Angely. 
114 
Von
        

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