Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526215
Schönheit 
1.1111 
11115 
herum. 
die Frauen schwereTragkörbe auf dem Rücken schleppen; 
das zerdrücke den KÖTpEIWVllChS und bringe platte 
PhysiognomieenÄ) Wie viel schönere Bilder malten uns 
die alten Griechen von ihren Frauen, die alle Last auf 
dem Kopfe trugen! Ein schlankes Mädchen, einen 
wohlgeformten Wasserkrug auf dem Kopfe, in gröfster 
Leichtigkeit einhergehend: wieviel schöner als die ge- 
bückte, gedrückte Thüringerin! 
Und dann leuchteten seine Augen wohl auf, weil er 
an Italien gedachte, wo er solchen behenden Mädchen 
manches Mal einen Grufs zugerufen. Und dieser 
Gedanke an Italien genügt, uns ins Bewufstsein zu 
bringen, dafs in der Natur das Schöne bald ver- 
schwenderisch, bald geizig aufzutreten scheint. In 
Italien ,ist die Luft lauer, der Himmel blauer, un- 
bewölkter, die Gesichter sind offen, freundlich und 
lachender, die Formen und Umrisse der Körper regel- 
mäfsig und anlockender. Selbst das Grün der Wiesen 
nicht so kalt und tot, sondern höher, heller, mannig- 
fatltiger als in den nördlichen Himmelsstrichen. Alles 
scheint zum lieblichen Genusse einzuladen, und Natur 
und Kunst bieten sich wechselseitig die Hand. Nirgends 
oder selten finden wir in Italien solche zurückstofsende, 
kolossale Gestalten wie in unseren Gegenden, nirgends 
so verkrüppelte und zusammengeschrumpfte Figuren. 
In unseren Gesichtern verlaufen die Züge regellos 
durch- und ineinander, oft ohne irgend einen Charakter 
anzudeuten    man kann sagen, in einem deutschen 
Gesichte ist die Hand Gottes unleserlicher als auf einem 
am 
bci Wieland 
Blündlich 
Oktober 
 
Biedermann
        

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