Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527734
Stoff. 
Der 
159 
höhere Sinn der bunten Fabel nicht entgehenl). Goethe 
hielt sich nicht zu gut dafür, eine Fortsetzung zu diesem 
Texte zu dichten. 
Die besten Stoffe reicht uns ein kräftiges Leben um 
uns herum; wenigstens vermutet man das von vorn- 
herein und deshalb wünscht man den Künstlern, in 
einer grofsen Zeit zu leben, dafs sie von ihrer Um- 
gebung mit erhöht werden. Wir wissen, dafs Goethe 
von den kriegerischen und politischen Thaten Friedrichs 
des Grofsen an eine neue, bessere Epoche der deutschen 
Litteratur datierte. „Wann entsteht ein klassischer 
Nationalautor F" fragte er sich 179 59) und er antwortete: 
„Wenn er in der Geschichte seiner Nation grofse Be- 
gebenheiten und ihre Folgen in einer glücklichen und 
bedeutenden Einheit vorfindet; wenn er in den Ge- 
sinnungen seiner Landsleute Gröfse, in ihren Em- 
pfindungen Tiefe und in ihren Handlungen Stärke und 
Konsequenz nicht vermifst ; wenn er, selbst vom National- 
geist durchdrungen, durch ein einwohnendes Genie sich 
fähig fühlt, mit dem Vergangenen wie mit dem Gegen- 
wärtigen zu sympathisieren; wenn er seine Nation auf 
einem hohen Grade der Kultur findet, so dafs ihm seine 
Eigene Bildung leicht wird; wenn er viele Materialien 
gesammelt, vollkommene und unvollkommene Versuche 
seiner Vorgänger vor sich sieht und so viel äufsere und 
innere Umstände zusammentreffen, dafs er kein schweres 
Lehrgeld zu zahlen braucht, dafs er in den besten 
Jahren seines Lebens ein grofses Werk zu übersehen, 
Zu ordnen und in einem Sinne auszuführen fähig ist. 
1) Eckermann , 
Sansculottismus. 
Januar 
1327' 
Littcrarischer
        

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