Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527698
Dcr 
Stoff. 
155 
aber Goethe war nicht völlig zufrieden. "Wenn er das 
prosaisch Reelle durch das poetisch Symbolische erheben 
lernt, so kann es was Erfreuliches wer-denk") 
So mufs auch der Dramatiker uns mehr bieten als 
zufällige Bilder. Schiller sagt in Gedanken an seinen 
,Wallenstein' geradezu, alle poetischen Personen seien 
symbolische Wesen, die das Allgemeine der Menschheit 
(larzustellen und auszusprechen habenß) und er scheint 
sich darin mit Goethe einig zu fühlen. 
Eckermann fragte eines Tages, wie ein Stück be- 
schaffen sein miifste, um theatralisch zu seinß) "Es 
mufs symbolisch sein," antwortete Goethe. „Das heifst: 
jede Handlung mufs an sich bedeutend sein und auf 
eine noch wichtigere hinzielen." Es mufs nicht blofs 
der erste Akt des Dramas auf die Zukunft hinweisen 
und für die folgende Entwickelung unsere Teilnahme 
erwecken, sondern die ganze Handlung kann uns nur 
dann im Inne1'sten berühren, wenn sie nicht blofs zu- 
fällige Erlebnisse längst abgeschiedener Menschen oder 
blofser erdichteter Figuren uns vorführt, sondern all- 
gemein menschliche Erfahrungen und ewige Wahrheiten 
anzeigt, die auch uns betreffen. Weshalb hatte denn 
das Drama, in dem von dem sagenhaften Doktor Faust 
allerlei gefabelt wurde, so grofsen Erfolg? Der Dichter 
selber sagt es: weil dieses Werk „für immer die Ent- 
wickelungsperiode eines Menschengeistes festhält, der 
von allem, was die Menschheit peinigt, auch gequält, 
von allem, was sie beunruhigt, auch ergriffen, in dem, 
was sie verabscheut, gleichfalls befangen und durch 
w 
1798.  
An Schiller, I 8 März 
 s) Eckermann, 26. 
1801.  2) 
Juli 1226. 
An Goethe, 
August
        

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