Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527651
Stoff. 
Der 
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Auch Schiller sann über die grundlegende Frage, 
wie sich der Künstler zur Wirklichkeit zu verhalten habe, 
Heifsig nach. Er dachte sich die Sache so?) "Zweier- 
lei gehört zum Poeten und Künstler: dafs er sich über 
das Wirkliche erhebt und dafs er innerhalb des Sinn- 
lichen stehen bleibt. Wo beides verbunden ist, da ist 
ästhetische Kunst. Aber in einer ungünstigen, form- 
losen Natur verläfst er mit dem Wirklichen nur zu leicht 
auch das Sinnliche und wird idealistisch und, wenn 
sein Verstand schwach ist, gar phantastisch. Oder will 
und mufs er, durch seine Natur genötigt, in der Sinn- 
lichkeit bleiben, so bleibt er gern auch bei dem Wirk- 
lichen stehen und wird, in beschränkter Bedeutung des 
Wortes, realistisch, und wenn es ihm ganz an Phantasie 
fehlt, knechtisch und gemein." Immer wieder kommt 
Schiller in seinen Briefen an den Freund auf die rechte 
Auswahl der Stoffe zurück, denn "diese Materie kom- 
muniziert mit dem Innersten der Kunstäg) Auch als 
ihn der ,lÄ7allenstein' beschäftigte, stand er wieder vor 
der alten Frage?) „Es geschähe den Poeten und 
Künstlern schon dadurch ein grofser Dienst, wenn man 
nur erst ins Klare gebracht hätte, was die Kunst von 
der Wirklichkeit wegnehmen oder fallen lassen mufs. 
Das Terrain würde lichter und reiner, das Kleine und 
Unbedeutende verschwände und für das Grofse würde 
Platz. Schon in der Behandlung der Geschichte ist 
dieser Punkt von der gröfsten Wichtigkeit." 
Goethe ging in seinen Briefen ungern auf dieses 
weite Feld. Mündlich hat er die Frage mit dem Freunde 
 
1) Brief an Goethe, I4. 
Goethe, I5. September 1797.  
September I797.  
 ß) Brief an Goethe, 
 2) Brief an 
1. April 1797.
        

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