Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527632
Stoff. 
Der 
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Stoff bezwingen könne. Genau besehen, entsteht aber 
alsdann immer mehr ein Kunststück als ein Kunst- 
werkf") 
Goethe war ein warmer Verehrer Byrons, weil ihm 
dieser den geborenen Dichter zu verkörpern schien. 
Als er mit Eckermann einmal über Byrons ,Don Iuani 
sprachß) meinte dieser, er habe in dem verwegenen 
Gedicht besonders die Darstellung der Stadt London 
bewundert, die man aus den leichten Versen heraus mit 
Augen zu sehen meine. 
„Und dabei macht er sich keineswegs viele Skrupel, 
ob ein Gegenstand poetisch sei oder nicht, sondern 
er ergreift und gebraucht alles, wie es ihm vorkommt, 
bis auf die gekräuselten Perrücken vor den Fenstern 
der Haarschneider und bis auf die Männer, welche die 
Strafsenlaternen mit Öl versehen." 
„Unsere deutschen Ästhetiker," sagt Goethe, „reden 
zwar viel von poetischen und unpoetischen Gegenständen 
und sie mögen auch in gewisser Hinsicht nicht ganz 
unrecht haben; allein im Grunde bleibt kein realer 
Gegenstand unpoetisch, sobald der Dichter ihn gehörig 
Zll gebrauchen weil's." 
Als Goethe die persischen Dichter studierte, erschrak 
er anfangs, wenn er sah, wie sie die edelsten und 
niedrigsten Bilder bunt durcheinander mischen, neben 
Blumen und Früchten Abwürflinge, Schalen und Strünkeß) 
Nisami wagt es sogar, uns das Aas eines faulenden 
Hundes zu zeigen, und er trägt kein Bedenken, die 
heiligste Gestalt daneben zu stellen: 
L 
1) Aus meinem Leben II, 7.  2) Eckermann, 5. 
3) Noten zum Divan. Allgemeines. 
Juli 
1327-
        

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