Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527530
Lehrjahre. 
Dichters 
Des 
139 
Wenn dann noch ein Freund seine Arbeit vor dem Drucke 
mit las, war er dessen Ratschlägen gern zugänglich. 
So fand Schiller, dafs Goethe im ,Wilhelm Meistert seiner 
Liebe zum Theater zu sehr nachgegeben habe und des- 
halb zu sehr in Einzelheiten gegangen sei. Goethe liefs 
sofort die Schere walten und dankte für die „Er- 
innerungen wegen des theoretisch  praktischen Ge- 
wäschesßl) 
Ein wichtigerRat für solche Schriftsteller, die leicht und 
schnell etwas Gefälliges schreiben können, ist: sich vor 
der Zersplitterung zu hüten. Als Eckermann noch nicht 
lange in Goethes Nähe war, erhielt er eine Aufforderung, 
unter günstigen Bedingungen für ein englisches Journal 
monatliche Berichte über die deutsche Litteratur zu 
schreiben. Stolz und freudig meldete er es seinem 
Meister, aber der nrachte ein saures Gesicht dazu?) 
„Ich wollte, Ihre Freunde hätten Sie in Ruhe gelassen! 
Was wollen Sie sich mit Dingen befassen, die nicht in 
Ihrem Wege liegen?" Und Goethe setzte dem jungen 
Freunde auseinander, wie er als litterarischer Bericht- 
erstatter gar vielerlei studieren, auch viel Geringes kennen 
lernen müsse. „Sie müssen zurückgehen und sehen, was 
die Schlegel gewollt und geleistet, und dann alle neuesten 
Autoren: Franz Horn, Hoffmann, Clauren u. s. w., alle 
müssen Sie lesen. Und das ist nicht genug. Auch 
alle Zeitschriften, vom ,M0rgenblatt' bis zur ,Abend- 
zeitung" müssen Sie halten, damit Sie von allem Neu- 
hervortretenden sogleich in Kenntnis sind, und damit 
Schiller, 
 Goethe an 
Dezember 1824. 
Juni 
1795' 
Eckermann,
        

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