Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527511
Des 
Dichte 
Lehrjahre. 
137 
zu verstehen. Schiller war hierin besonders grofs. Ich 
sah ihn einmal bei Gelegenheit seines ,Musenal1nanachs' 
ein pompöses Gedicht von zweiundzwanzig Strophen 
auf sieben reduzieren, und zwar hatte das Produkt 
durch diese furchtbare Operation keineswegs verloren, 
vielmehr enthielten diese sieben Strophen noch alle 
guten und wirksamen Gedanken jener zweiuntlzwanzig." 
Auch der Autor selbst soll "feilen". Freilich konnte 
sich Goethe über den Herrn v. Haxthausen in Köln 
ärgern, der viele neugriechische Lieder übersetzt hatte, 
sich aber immer nicht entschliefsen konnte, sie heraus! 
"zugeben. „Nichts ist verderblicher, als sich immer 
feilen und bessern zu wollen, nie zum Abschlufs kommen; 
das hindert alle Produktionf") "Wer mit seinen 
Produktionen stets zufrieden ist, wird nicht weit kommen. 
Allein, man kann auch zu weit gehen und durch höhere 
Forderungen an sich, als man im Augenblick praktisch 
zu erfüllen die Kraft hat, den schaffenden Geist 
ängstlich machenfz?) Aber Goethe verlangte doch sorg- 
fältige Arbeit. Er mufste in dieser Hinsicht Wieland 
bewundernß) 
„Denn dal's er alles mit eigener Hand und sehr schön 
schrieb, zugleich mit Freiheit und Besonnenheit, dafs 
er das Geschriebene immer vor Augen hatte, sorgfältig 
prüfte, veränderte, besserte, unverdrossen bildete und 
umbildete, ja nicht müde ward, Werke von Umfang 
wiederholt abzuschreiben, dieses gab seinen Produktionen 
das Zarte, Zierliche, Fafsliche, das Natürlich-Elegante, 
welches nicht durch Bemühung, sondern durch heitere, 
1) Am 31. März 1823 zu v. Müller und Riemer, Bicder-I 
mann IV, 221.  2) Zu J. C. Lobe 1820.  3) Gedächtnis- 
rede auf Wieland 1813.
        

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