Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527438
Dichters 
Des 
Lehrjahre. 
129 
stehen, der Nachahmer dem Imaginanten, der Charak- 
teristiker dem Undulisten, der Kleinkünstler dem Skizzisten, 
so entsteht, indem man diese Gegensätze verbindet, 
immer eins der drei "Erfordernisse des vollkommenen 
Kunstwerks, wie zur Übersicht das Ganze folgender- 
mafsen kurz (largestellt werden kann: 
Indivf 
Ernst allein. 
duelle Neigung, Manier: 
Nachahmer, 
Charakteristika, 
Klcinkünstler. 
Spiel allein. 
[ndividuellc Neigung, Manier: 
Phantomisten, 
Undulisten, 
Skizzisten. 
Ernst und Spiel verbunden. 
Ausbildung ins Allgemeine, Stil: 
Kunstwahrhcit, 
Schönheit, 
Vollendungf 
Dafs der Künstler Natur und Welt kennen lernen 
sollte, ist eine nächstliegende Forderung. Goethe sagte 
ZWZLI, er habe niemals die Natur poetischer Zwecke 
wegen betrachtetf) er hatte das eben nicht nötig, weil 
er durch sein naturwissenschaftliches Beobachten und 
durch sein Heifsiges Landschaftszeichnen die Natur aus- 
wendig gelernt hatte  wie er es selber ausdrückte  
so dafs ihm ihre Kenntnis zu Gebote stand, wenn er als 
Poet etwas brauchte. Wer diese eigenartige Ausbildung 
nicht besitzt, mufs als Dichter die Natur in der ruhigen, 
objektiven Art Goethes betrachten, bis jedes einzelne 
Bild zu ihm spricht und sich ihm in seinem besonderen 
Charakter zu erkennen giebt. 
1) Eckermann, 18. Januar 1827. 
W. Bode, Goethes Asthetik. g
        

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