Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527384
24 
Goethes 
Ästhetik. 
Dann lallegte er aufzubegehren: "als ob der Mensch 
etwas Anderes aus sich selber hätte als die Dummheit 
und das Ungeschick!" Es ist ja im Grunde niemand 
original, denn es ist seit Adam niemand direkt aus der 
Erde geboren. Allbekannt sind Goethes Verse: 
„Vom Vater hab ich die Statur, 
Des Lebens ernstes Führen, 
Von Mütterchen die Frohnzttur 
Und Lust, zu fabuliercn." 
Die Fortsetzung zitiert man seltener: 
"Urahnherr war der Schönsten hold, 
Das spukt so hin und wieder; 
Urahnfrau liebte Schmuck und Gold, 
Das zuckt wohl durch die Glieder. 
Sind nun die Elemente nicht 
Aus dem Komplex zu trennen, 
WVas ist denn an dem ganzen Wicht 
Original zu nennen?" 
Und wenn unsere Abstammung von Andern noch 
das Einzige wäre, das Gewalt über unser Wesen hat! 
Aber tausend Hände formen uns von Kindesbeinen an- 
"WVenn Kindesblick begierig schaut, 
Er findet des Vaters Haus gebaut, 
Und wenn das Ohr sich erst vertraut, 
Ihm tönt der Muttersprache Laut. 
Gewahrt er dies und jenes nah, 
Man fabelt ihm, was fern geschah, 
Umsittigt ihn, wächst er heran; 
Er findet eben alies gethan. 
Man rühmt ihm dies, man preist ihm das; 
Er wäre gar gern auch etwas: 
XVie er soll wirken, schaffen, lieben, 
Das steht ja alles schon geschrieben
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.