Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527336
Die 
1101111 
Musen. 
119 
ihm bei einer geringem Geburt und niederm Vermögen 
bei weitem nicht so gefährlich werden können." 
Von sich selber gestand Goethe: „Ich bin in einer 
prächtigen Wohnung, wie ich sie in Karlsbad gehabt, 
"sogleich faul und unthätig," und ein andermal: „Eine 
Umgebung von bequemen, geschmackvollen Möbeln 
hebt mein Denken auf und versetzt mich in einen 
passiven Zustandf") 
Weiter noch fuhrt uns Goethe, wenn er dem Dichter 
eine allgemeine Mäfsigkeit in seinen Wünschen und 
Ansprüchen anrät, namentlich auch einen rechtzeitigen 
Verzicht auf jene unerfüllbaren Träume und Hoffnungen, 
denen sich doch gerade der mit kühner Phantasie 
begabte Dichter gern hingiebt. Wie ein Testament 
klingt es, was er 1831 mit der Überschrift ,Für junge 
Dichter" diktierte: 
"Jüngling, merke dir in Zeiten, 
YVQ sich Geist und Sinn erhöht, 
Dafs die Muse zu begleiten, 
Doch zu leiten nicht versteht." 
"Wenn wir beim Eintritt in das thätige und kräftige, 
mitunter unerfreuliche Leben, wo wir uns alle, wie wir 
sind, als abhängig von einem grofsen Ganzen empfinden 
müssen, alle früheren Träume, Wünsche, Hoffnungen 
und die Behaglichkeiten früherer Märchen zurückfordern, 
da entfernt sich die Muse und sucht die Gesellschaft 
des heiter Entsagenden, sich leicht Wiederherstellenden 
auf, der jeder jahreszeit etwas abzugewinnen weil's, der 
Eisbahn wie dem Rosengarten die gehörige Zeit gönnt, 
seine eigenen Leiden beschwichtigt und um sich her 
Eckermann, 
März 
1829 
und 
März 
1831.
        

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