Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527325
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Goethes 
Ästhetik. 
pathologische Stellen nennen, indem er sie 
solchen Tagen geschrieben hat, wo es ihm 
fehlte, um die rechten und wahren Motive 
möchte ich 
nämlich an 
an Kräften 
zu linden." 
In jungen Jahren war auch Goethe dem Weine bei 
der poetischen Produktion nicht gerade aus dem Wege 
gegangen. In der Epoche zwischen Strafsburg und 
Weimar schrieb er "zwar gewöhnlich seine Dichtungen 
zur frühesten Tageszeit auf, "aber auch abends, ja 
tief in die Nacht, wenn Wein und Geselligkeit die Lebens- 
geister erhöhten", konnte man von ihm fordern, was 
man wollte. Den Scherz ,Götter, Helden und Wieland" 
schrieb er eines Sonntagnachmittags bei einer Flasche 
guten Burgunders in einer Sitzung niederJ) Bei den 
minder übermiitigen Dichtungen der reiferen ]ahre hat 
er die Mitarbeit des Weines ausgeschlossen. 
Bemerkenswert ist, dal's Goethe die Vorschrift der 
Mäfsigkeit auch auf den Stand und die Besitzverhältnisse 
des Dichters übertrug und die mittleren Verhältnisse 
für die besten erklärte. Von seinem englischen Lieb- 
linge urteilte erz?) 
„Der hohe Stand als englischer Peer war Byron sehr 
nachteilig; denn jedes Talent ist durch die Aufsenwelt 
geniert, geschweige eins bei so hoher Geburt und so 
grofsem Vermögen. Ein gewisser mittler Zustand ist 
dem Talent bei weitem zuträglicher; weshalb wir denn 
auch alle grofsen Künstler und Poeten in den mittlern 
Ständen finden. Byrons Hang zum Unbegrenzten hätte 
1) Aus meinem Leben III, 
182 5. 
2) Eckermann, 
Februar
        

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