Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527313
Die 
Ilßllfl 
Musen. 
117 
leibliche Diät vor-bereite; aber wer Goethes Art kennt, 
versteht solche Worte als eine verhüllte Mahnung: 
"Lieber Jean Paul Richter, ruinieren Sie Ihr Talent 
nicht durch eine unvernünftige Lebensweise!" Jean Paul 
sündigte auch im Kaffeetrinken; Schillers Irrtum dagegen 
war, dafs er zum Alkohol ZuHucht nahm. Goethe 
klagte darüber mal in späteren Jahren, als er Eckermann 
von dem toten Freunde erzählte?) 
„Der Grofsherzog bestimmte Schillern bei seiner 
Hierherkunft einen Gehalt von jährlich tausend Thalern 
und erbot sich, ihm das Doppelte zu geben, im Fall 
er durch Krankheit verhindert sein sollte, zu arbeiten. 
Schiller lehnte dieses letzte Anerbieten ab und machte 
nie davon Gebrauch. „Ich habe das Talent," sagte er, 
"und mufs mir selber helfen können." Nun aber, bei 
seiner vergrößerten Familie in den letzten Jahren, nrufste 
er der Existenz wegen jährlich zwei Stücke schreiben, 
und um dieses zu vollbringen, trieb er sich, auch an 
solchen Tagen und Wochen zu arbeiten, in denen er 
nicht wohl war; sein Talent sollte ihm zu jeder Stunde 
gehorchen und zu Gebote stehen. 
"Schiller hat nie viel getrunken, er war sehr mäfsig; 
aber in solchen Augenblicken körperlicher Schwäche 
suchte er seine Kräfte durch etwas Likör oder ähn- 
liches Spirituoses zu steigern. Dies aber zehrte an 
seiner Gesundheit und war auch den Produktionen 
selbst schädlich. 
'„Denn was gescheite Köpfe an seinen Sachen aus- 
setzen, leite ich aus dieser Quelle her. Alle solche 
Stellen, von denen sie sagen, dafs sie nicht just sind, 
Januar 
1827-
        

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