Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527307
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Goethes 
Ästhetik. 
er einmal an Schiller!) Dieser Freund betrübte ihn 
immer wieder dadurch, dafs er die Nacht zum Tage 
machte. Goethe ging früh zu Bett und stand sehr früh 
auf. Wenn er im dunkeln Winter des Morgens nicht 
so früh heraus wollte, so begann er schon im Bette, 
seinem Schreiber zu diktieren?) 
Ein scherzhaftes Gedicht ,Die Musageten" ist wohl 
namentlich auf Schiller, den „Lucifugen"3) geiniinzt, 
der es in seinem Musen-Ahnanach abdruckteß) „Und 
nach jedem späten Morgen folgten ungenutzte 'l'age," 
heifst es darin, und schliefslich werden die  Fliegen 
als Musenflihrer gepriesen, weil sie den Dichter beim 
ersten Morgenschimmer im Schlafe stören und unbarm- 
herzig ihn immer wieder plagen, bis er ganz munter wird. 
„Rüstig spring" ich von dem 
Suche die geliebten Muscn, 
Finde sie im Buchenhainc, 
Lager. 
Mich gefällig zu empfangen, 
Und den bissigen Insekten 
Dank" ich manche goldnc Stunde! 
Auch die Diät im Essen und Trinken gehört hierher. 
Nach seines Arztes Urteil war Goethe allerdings bei 
seiner Hauptmahlzeit nicht zurückhaltend genug, aber 
im übrigen hatte er wohl ein Recht, das Wort zu 
zitieren: „Mäfsigkeit und klarer Himmel sind Apollo 
und die Musenüä) Es klingt wie Selbstlob, Wenn er 
1798 zu Jean Paul sagte, er könne sechs Monate seine 
Arbeit voraussagen, weil er sich durch eine gescheite 
1) 20. März 1799.  9) An 
3) An Schiller, 21. August 1799. 
 5) Maximen und Reflexionen. 
Schiller, 7. Dezember 1796.  
 4) Gedichtct 16. Juni 1798.
        

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