Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527296
Die 
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Musen. 
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Atmosphäre, die sich nur selten bald genug in einem 
Gewitter entladet. Goethe empfand die Naturzustände 
ganz nach nervöser Art; manchmal überwand er sie 
durch energische Anstrengung des Willens, oft genug 
aber fand er auch, dafs man solche Tage irgendwie 
unthätig hinbringen, verschlafen oder vertändeln sollte. 
Schiller schrieb ihm einmal: „Wie sind wir doch mit 
aller unserer geprahlten Selbständigkeit an die Kräfte 
der Natur angebunden, und was ist unser Wille, wenn 
die Natur versagt! Worüber ich schon fünf Wochen frucht- 
los brütete, das hat ein milder Sonnenblick binnen 
drei Tagen in mir gelöst; freilich mag meine bisherige 
Beharrlichkeit diese Entwickelung vorbereitet haben, aber 
die Entwickelung selbst brachte mir doch die erwärmende 
Sonne mit." Goethe antwortete: „Wir können nichts 
thun, als den Holzstofs erbauen und recht trocknen; 
er fangt alsdann Feuer zur rechten Zeit, und wir ver- 
wundern uns selbst darüberf") Und ein andermal, 
als seine eigene poetische "fhätigkeit lange stockte, 
wählte er das drollige Bild: "Ich mufs mich nur als_ 
eine Zwiebel ansehen, die in der Erde unter dem 
Schnee liegt, und auf Blätter und Blüten in den nächsten 
Wochen hoffenß?) 
Einige Freiheit gegenüber der Natur gewinnen wir 
durch eine hygienische Lebensweise sicherer als 
durch Willenswiderstand. Goethe hielt viel auf Diät und ß 
empfahl sie andern Dichtern, die es brauchen konnten, 
angelegentlich. „Ich will alle meine diätetischen Künste 
zusammennehmen, um diesmal etwas zu liefern," schreibt 
 
1) Schillers Brief vom 27. Februar 1795, Goethes Antwort 
vom folgenden Tage.  2) An Schiller, 6. März 1799. 
8'31-
        

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