Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527271
Die 
neun 
Musen. 
113 
HAm "Page sang ich diese Lieder, 
Am Abend ging ich wieder heim, 
Nahm meine Feder, schrieb sie nieder, 
Den guten, wie den schlechten Reimf") 
Die poetisch angehauchten jünglinge jener Zeit be- 
riefen sich gern auf ein Wort von Ewald v. Kleist, der 
gegeddie Freunde, die ihn wegen seiner öfteren ein- 
samen Spaziergänge neckten, ebenso scherzhaft als 
wahrhaft äufserte, er sei dabei nicht miifsig, er gehe 
auf die Bilderjagd?) "Einem Edelmanne und Soldaten 
ziemte dieses Gleichnis wohl, der sich dadurch Männern 
seines Standes gegenüberstellt, die mit der Flinte im 
Arm auf die Hasen- und Hühnerjagal, so oft sich nur 
Gelegenheit zeigte, auszugehen nicht versäumten." Das 
Vorbild Kleists vermehrte auch unseres jungen Studenten 
Neigung zur Bilderjagd in der Natur, "obgleich Apels 
Garten, die Kuchengärten, das Rosenthal, Gohlis, 
Raschwitz und Connewitz das wunderlichste Revier 
sein mochten, um poetisches Wildbret darin aufzusuchen! 
Schönes und Erhabenes war da nicht viel zu finden, 
desto deutlicher sah unser Jüngling das Kleinleben der 
Natur, und weil die zierlichen Begebenheiten, die man 
in diesem Kreise gewahr wird, an und für sich wenig 
vorstellen, so gewöhnte er sich, in ihnen eine Bedeutung 
zu sehen, die sich bald gegen die symbolische, bald gegen 
die allegorische Seite hinneigte, je nachdem Anschauung, 
Gefühl oder Reflexion das Übergewicht behielt." 
Aus Goethes jungen jahren stammt auch noch 
,Künstlers Abendliecl',3) in demder Künstler aufseufzt: 
1) An Friederike Öser. 
3) Am 5. Dezember 1774. 
W. Bode, Goethes Ästhetik. 
Aus 
meinem 
Leben 
8
        

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