Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527261
II2 
Goethes 
Ästheti 
seinem Diktate folgte. Schon in seinem Tagebuche 
von 1780 lesen wir: „Was ich Gutes finde in Über- 
legungen, Gedanken, ja sogar Ausdruck, kommt mir 
meist im Gehen. Sitzend bin ich zu nichts aufgelegt, 
darum das Diktieren weiter zu treiben." Selbst lange 
Erzählungen entstanden nicht in der Nähe des Schreib- 
tisches; er arbeitete sie bis ins Kleinste im Kopfe aus, 
ehe sie aufgeschrieben wurden. S0 konnte er dem 
Hofrat Meyer auf einer Fahrt von Iena nach Weimar 
die erste Hälfte der ,Wahlverwandtschaften' so geläufig 
erzählen, wie wenn er sie von einem Buche abläse, und 
doch war an jenem ersten Mai 1808 noch keine Zeile 
des Romans aufgeschrieben?)  Auch den ,Götz' be- 
wegte er lange Zeit im Kopfe herum, und er wäre 
vielleicht nie geschrieben und gedruckt, wenn nicht seine 
Schwester ihn schliefslich ungeduldig ermahnt hätte, sich 
nicht immer mit Worten in die Luft zu ergehen, sondern 
endlich einmal das, was ihm so gegenwärtig wäre, auf 
das Papier festzubringen?) 
Dafs Goethe auch die freie Natur zu den neun 
Musen rechnete, braucht kaum gesagt zu werden; sein 
Herumstreifen in Feld und Wald War nie ohne Be- 
lohnung. Schon als blutjunger Mensch erzählt er von 
seinen Studentenjahren in Leipzig, wie er an Bächen 
und Wäldern entlang zog: 
HDann jagt" ich rings umher und fing 
Bald einen Reim, bald einen Schmetterling." 
 R. Springer, 
"Ilmenau. Berlin 1869, 
Die klassischen Stätten von Jena 
S. 68.  e) Aus meinem Leben III, 
und 
13.
        

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