Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527234
Muscn. 
1161111 
Die 
109 
v. Humboldt eine besondere Schrift über dieses Gedicht 
herausgab: „Es ist kein geringer Vorteil für mich, dafs 
ich wenigstens auf der letzten Strecke meiner poetischen 
Laufbahn mit der Kritik in Einstimmung geratef") 
Bald aber heifst es wieder resigniert: „Wer nicht wie 
jener unvernünftige Säemann im Evangelio den Samen 
umherwerfen mag, ohne zu fragen, was davon und wo 
es aufgeht, der mufs sich mit dem Publiko gar nicht 
abgebenß?) 
Kehren wir zur Muse Einsamkeit zurück, so tritt sie 
uns namentlich auch aufReisen entgegen, die wir allein 
unternehmen. Wir brauchen da gar nicht die stillsten 
Wrälder und erhabensten Bergspitzen aufzusuchen; auch 
im Gewirre der Menschen sind wir einsam, denn selbst 
die ltlitreisenden im gleichen Wagen sind ja nur Bilder, 
auf denen nur kurze Zeit unser Auge ruht. Aber auch 
von der Einsamkeit abgesehen, bietet die Reise Kräfte, 
die die Phantasie entfesseln: da ist namentlich die Be- 
wegung, gleichviel 0b wir gehen oder fahren oder 
reiten; da ist der ewige Wechsel der Bilder und Ein- 
(lrücke, von denen uns hundert vielleicht nicht berühren, 
aber dann auf einmal dringt etwas ins Innerste. Da ist 
die Luftveränderung und Luftvermehrung und mit ihnen 
ein Gefühl, als 0b wir stärker und gesünder, freier um 
die Brust herum würden; da ist namentlich auch das 
Bewufstsein, dafs wir eine ernstliche Arbeit, unsere 
Berufsarbeit, nicht thun können, nicht zu thun brauchen. 
Ein byzantinisches Sprichwort heifst: „Du schläfst und 
An Schiller, I 9. 
1798. 
Mai 
9) An Schiller, 7. 
N 
o 
V 
1798.
        

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