Volltext: Goethes Ästhetik

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Goethes 
Ästhetik. 
daraus entwickeln könnef") Goethe bekanntez?) „Hätte 
Schiller mich vor seinem Mlallenstein" gefragt, 0b er ihn 
schreiben solle, ich hätte ihm sicherlich abgeraten, denn 
ich hätte nie denken können, dafs aus solchem Gegen- 
stande überall ein so trelTliches Theaterstück wäre zu 
machen gewesen." Aber Goethe wurde doch aufser- 
ordentlich dadurch gefördert, dafs Andere von ihm etwas 
verlangten. Als einmal der Drucker weiteres Manuskript 
begehrte, bekennt er: "Wunderlich genug, dal's man zu 
den freiesten Handlungen doch einige Nötigung erwartet, 
ja fo1'dert",3) und später half es ihm sogar zur Voll- 
endung eines Romans, dafs er zwischen die fertigen 
Teile blaue Blätter legte, die das noch Auszufüllende 
deutlich markierten: nun fühlte er sich stärker gereizt, 
die leeren blauen Blätter durch beschriebene weifse zu 
verdrängen. Bekanntlich hatte Schiller das grofse Ver- 
dienst, Goethes träger lliefsende Produktionslust neu 
belebt zu haben. Von seinen Balladen sagte Goethe 
einmal im Alter, dafs er sie größtenteils Schillern ver- 
danke, der immer etwas Neues für die ,Horen' brauchteß) 
„Ich hatte sie alle schon seit vielen Jahren im Kopf, 
sie beschäftigten meinen Geist als anmutige Bilder, als 
schöne Träume, die kamen und gingen und womit die 
Phantasie mich spielend beglückte.  Ich entschlofs 
mich ungern dazu, diesen mir seit so lange befreundeten, 
glänzenden Erscheinungen ein Lebewohl zu sagen, in- 
dem ich ihnen durch das ungenügende dürftige Wort 
einen Körper verlieh. Als sie auf dem Papiere standen, 
betrachtete ich sie mit einem Gemisch von Wehmut; 
w 
Ital. 
Annalen 1797.  e) 
Reise, I6. März 1787. 
Eckermann, I8._ 
 4) Eckermann, 
dnuar ISOI.  
14. März 1830.
	        
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