Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527165
IOZ 
Goethes 
Ästhetik. 
beschritnkt und gehindert! Hütte ich mich mehr vom 
öffentlichen und geschäftlichen Wirken und Treiben 
zurückhalten und mehr in der Einsamkeit leben können, 
ich wäre glücklicher gewesen und würde als Dichter 
weit mehr gemacht haben. So aber sollte sich bald 
nach meinem ,Götz' und ,Werther' an mir (las Wort 
eines Weisen bewähren, welcher sagte: wenn man der 
Welt etwas zu Liebe gethan habe, so wisse sie dafür 
zu sorgen, dafs man es nicht zum zweitenmal thue." 
Als Schiller sich einmal mit dem Bauen einliefs, 
warnte ihn der erfahrene FreundÄ) "Ich kenne leider 
aus früheren Zeiten diese wunderbare Ableitung nur 
allzusehl" und habe unglaublich viel Zeit dadurch ver- 
loren   . Eigentlich sollte man mit uns Poeten ver- 
fahren, wie die Herzöge von Sachsen mit Luthern, uns 
auf der Strafse wegnehmen und auf ein Bergschlols 
sperren."  
Goethe handelte nach dieser Meinung; er liefs sich 
nicht gerade auf die Wartburg bringen, aber er fuhr nach 
]ena,. wo ihn nur ein Teil der Geschäfte erreichen konnte, 
und suchte sich da ein ruhiges Plätzchen. Und wenn 
er dort wieder in den grofsen Zimmern des herzoglichen 
Schlosses, wo er oft Wohnung nahm, hin- und herschritt, 
so konnte er auch allsogleich über die altherkömmliche 
Stimmung wieder gebieten. „Es mufs nun wieder an 
die Arbeit gehen," scherzt er einmal gegen Schiller, 
„und dazu mufs ich mich auf das alte Jenaische Kanapee, 
wie auf einen Dreifufs, begebenf") Vor Schaffensfreude 
merkte er es dann gar nicht erst, dal's die feuchten 
1) Brief vom 21. 
ZCTIIbET 1797. 
1798. 
1111i 
Brief an Schiller
        

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