Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527151
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Schon als junger Mann erfuhr Goethe, „dafs sich 
etwas Bedeutendes nur produzieren lasse, wenn man 
sich isoliere". Von der Zeit um 1774 erzählt er selber: 
"Meine Sachen, die so viel Beifall gefunden hatten, 
waren Kinder der Einsamkeit, und seitdem ich zu der 
Welt in einem breiten Verhältnis stand, fehlte es nicht 
an Kraft und Lust der Erfindung, aber die Ausführung 
stocktef") S0 zollte er aus eigener Erfahrung jenem 
Franzosen Beifall, der die Bemerkung machte: wenn 
ein guter Kopf durch ein verdienstliches Werk die all- 
gemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe, so 
thue man sein Möglichstes, um zu verhindern, dafs er 
jemals dergleichen wieder hervorbringe. „Es ist so 
wahr: irgend etwas Gutes, Geistreiches wird. in 
stiller, abgesonderter Jugend hervorgebracht, der Beifall 
wird erworben, aber die Unabhängigkeit verloren; man 
Zörrt das konzentrierte Talent in die Zerstreuung, weil 
man denkt, man könne von seiner Persönlichkeit etwas 
abzupfen und sich zueignenft?) 
Diese Einsamkeit, die der Künstler so nötig braucht, 
hat Goethe in llfeimar noch viel mehr entbehren müssen 
als vorher in Frankfurt, nämlich damals, als ihn in seinen 
besten Jahren das Vertrauen seines Freundes und Herrn 
zum hohen Staatsbeamten. gemacht hatte, als es nun 
seine Pflicht war, dieses Zutrauen, das anfangs Vielen 
thöricht schien, zu rechtfertigen. Wehmütig sprach 
er später von dieser Zeitß): „Mein eigentliches Glück 
War mein poetisches Sinnen und Schaffen. Allein wie 
sehr war dieses durch meine aufsere Stellung gestört, 
meinem Leben III, 
a) Eckcrnxann, 27.  
1) Aus 
16.  
15.  
[anuar 
 E) 
1824. 
Aus 
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Leben
        

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