Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526153
Schönheit 
U11] 
UIIS 
herum. 
An einem der ersten Friihlingstage des Jahres 1827 
fuhr der alte Dichter in offener Kutsche durch das 
Erfurter Thor aus Weimar heraus. Die Strafse war 
heute von Fuhrwerken und Fufsgängern ungewöhnlich 
belebt; sie kamen fast alle vom Westen, von Erfurt her, 
und man bemerkte sogleich, dafs sie die Leipziger 
Ostermesse zum Ziel hatten. Mit ruhigem Behagen be- 
trachtete Goethe die lebendigen Bilder, die an ihm 
vorüberglitten. „Wie schön! wie schön!" rief er aus, als 
eine Koppel Pferde von edler Rasse mit leichten Hufen 
den Boden schlug. 
"Warum nennen wir nun diese Pferde schön?" 
fragte sein Begleiter Eckermann, der so leicht keine 
Gelegenheit unbenutzt liefs, wo er Belehrung ein- 
sammeln konnte. 
Goethe lächelte. Er dachte an die hölzernen Gesellen, 
die die Schönheit in die Schubladen ihrer theoretischen 
Schränke und Kommoden einzufangen suchen. Wie 
diese armseligen Ästhetiker sich bemühen, das Unaus- 
sprechliche auszusprechen, die flutenden Sonnenstrahlen 
in feste Begriffe zu schmieden! Als ob nicht das Schöne 
wie alles andere Göttliche, das uns zu empfinden yergönnt 
W. linde, (iOCKhCS Ästhetik. 1
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.