Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527115
Die 
1161111 
Musen. 
97 
verbrachte, hatte es eine schöne Mailänderin ihm an- 
gethan, und kaum war er sich der neuen Zuneigung 
bewufst, da bemerkte er auch, wie die Landschaft, die 
er damals als Maler Heifsig beobachtete, sich wunderlich 
veränderte. "Ich schweifte mit meinem Blick in die 
Runde, aber es ging vor meinen Augen etwas Anderes 
vor als das landschaftlich Malerische; es hatte sich ein 
Ton über die Gegend gezogen, der weder dem Unter- 
gang der Sonne, noch den Lüften des Abends allein 
zuzuschreiben war. Die glühende Beleuchtung der hohen 
Stellen, die kühlende blaue Beschattung der Tiefe schien 
herrlicher als jemals in Öl oder Aquarell; ich konnte 
nicht genug hinsehen." Scherzhaft hat Goethe diese 
Wunderkraft der Liebe in der Paramythie ,A1nor und 
Psyche' noch einmal gezeigt: 
,Den 
Bluscnschwcstern 
fiel 
cina 
A uch 
Psychen 
Kunst zu 
dichten 
Mcthodicc 
unterrichten  
Das 
Seelchen 
blieb 
prosaisch 
rein. 
Nicht sonderlich erklang die Leier, 
Selbst in der schönsten Sommernacht. 
Doch 
kommt 
Amor 
und 
Blick 
mit 
Feuer 
Der ganze 
Kursus 
W21! 
vollbracht! 
Wir machen keinen grofsen Schritt, wenn wir nach 
der Liebe die Jugend nennen. "Jugend ist Trunkenheit 
Ohne YVein," und gerade solche Trunkenheit ohne Wein 
macht uns zu Dichtern. Als einmal von Napoleon die 
Rede war, meinte Eckermann, dal's er eigentlich doch 
nur so lange ein Genie gewesen sei, als er noch jung 
NV. Bade, Goethes Asthetik. 7
        

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