Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527101
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Goethes 
Ästhetik. 
Da zeigt sie ihm hinter seinem Haus 
Heimlich zur Hinterthür hinaus 
In dem eng umziiunten Garten 
Ein holdes Mägdlein sitzend warten 
Am Bächlein beim Hollundcrstrauch; 
Mit zibgcscnktem Haupt und Aug 
Sitzfs unter einem Apfelbaum 
Und spürt die Welt rings um sich kaum, 
Hat Rosen in ihren Schofs gepflückt 
Und bindet ein Kränzlein sehr geschickt, 
Mit hellen Knospen und Blättern drein: 
Für wen mag wohl das Kränzel sein?" 
Dafs auch Goethes Gedichte und sonstige poetische 
Werke sehr oft durch die Sonne der Liebe hervor- 
gelockt sind, wissen wir. Die Welt sieht eben ganz 
anders aus, wenn wir sie mit verliebten Augen betrachten. 
Da steht ein Maler und schaut stumpf in den grauen 
Nebel hinauszl) Wer kann da etwas malen?! Nun aber 
stellt sich ein geflügelter Knabe neben ihn und spricht 
ihm zu: 
„Hast du denn zum Malen oder Bilden 
Alle Lust auf ewig wohl verloren? 
ich will dir gleich ein Bildchen malen, 
ein hübsches Bildchen malen lehren." 
Sieh, 
Dich 
Und nun zerteilt sich der Nebel, die sonnigste Flur 
breitet sich vor dem Wziler aus, und mitten darin bewegt 
sich das allerliebste Mädchen. Auch dieses Gleichnis 
entHofs einem Erlebnisse des Dichters. In dem Badeörtchen 
Castel Gandolfo, wo er im Oktober 1787 einige Wochen 
Gedichte. 
als 
Amor 
Landschaftsmalcr.
        

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