Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527090
Die 
1161111 
Muscn. 
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verklärt von unserer Dichterglut, als erhöhtes Geschöpf 
unserer Phantasie vor uns auf Durch die Liebe wird 
der nüchternste Philister zuweilen zum Poeten; wer aber 
zum Künstler geboren ist, der sprengt unter ihrem 
Sonnenschein alle Fesseln des Winters: 
"Wkzr will mir wehren, zu singen 
Nach Lust zum Himmel hinan, 
1)cn 
Wolken 
vertrauen, 
XVic lieb sie's mir angethanäl)" 
Goethe erzählt uns in einem bekannten Gedichte, 
wie Hans Sachs zum Dichter wurde. Nach sechs 
Tagen Schusterarbeit sitzt er am Sonntagmorgen in 
seinem Stübchen. Und 
HWic er die Frühlingsonnc spürt, 
Die Ruh ihm neue Arbeit gcbicrt: 
Er fühlt, dafs cr eine kleine Welt 
seinem 
Gehirne 
brütcnd 
hält, 
Dafs die fängt an zu wirken und zu leben, 
Dafs er sie gerne möchU von sich geben." 
Aber Frühlingssonne und Sonntagsruhe lösen seine 
Seele noch nicht ganz; als die Muse zu ihm tritt „wie 
ein Bild unsrer lieben Frauen" und ihn zum Dichter weiht: 
"Ein heilig Feuer, das in dir ruht, 
Schlag aus in hohe, lichte Glut!" 
da 
fügt 
sie 
hinzu: 
„Doch dafs 
das 
Leben, 
das 
dich 
treibt 
Immer bci holden Kräften bleibt, 
Hab ich deinem innern Wesen 
Nahrung und Balsam auserlcsen, 
Dafs deine SecP sei wonncrcich, 
Knospe 
Einer 
im 
gleich. 
TaJIC 
111, 
Divan 

        

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