Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522665
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Iiufaefs 
bürgerliches 
Ansck en. 
benen Herzogs Fratncesco biaria della Hovere hatte das Volk 
daselbst gegen den Usurpator Lorenzo de' Medici aufgewie- 
gelt und wurde deshalb als politischer Verbrecher ins Ge- 
fiingniss geworfen. Um ihn von der Strafe zu befreien, 
wandte man sich von Seiten seiner Freunde an den in so 
hohem Ansehen stehenden Landsmann Rafael. Dieser glaubte 
jenem Ansuchen nicht besser entsprechen zu können, als in- 
dem er sich mit seinem in politischen Sachen sehr einfluss- 
reichen Freunde, dem päpstlichen Pianzleipriisidenten Bal- 
dassare Turini, bespreche, auf dass er deshalb an Goro 
(lheri, den Geschäftsführer des Lorenzo de" Medici, schreibe, 
um bei Letzterm ein gutes Wort für den Gefangenen ein- 
zulegen. Alles dieses ergibt sich aus der Antwort des Goro 
Gheri vom 25. Februar 1518 an den ltianzleipräsidenten, 
worin es heisst: „In Betreli" des Marcantonio di SerNiccolo 
da Urbino, welchen Rafael empfohlen hat, so werde ich darüber 
mit Seiner Excellenz dem Herzog sprechen und Euch dann 
antworten. Ich glaube, er sitzt deshalb im Geftingniss, weil 
er dieser Tage das Volk zu Gunsten des Francesco lilarial 
hat aufrührisch machen wollen." 1) Über den wcitern Er- 
folg diescr Verwendung haben wir keine Nachrichten; hier 
genügt es indessen zu wissen, welches Zutrauen man in die 
Vermittelung- Bafaefs gesetzt hat. 
Von einer andern Verwendung Rafaefs durch dieselben 
Personen wissen wir dagegen, dass sie einen günstigen Er- 
folg gehabt hat. Dieses ergibt sich aus einem Briefe des 
Goro Gheri an Benedetto Buondelmonte, Gesandten in Rom, 
vom 7. April 1519, worin die betreffende Stelle folgenden 
Inhalts ist: „Was die Pfründc (henefizio) von Urbino an- 
belangt, welche Seine Exccllenz der Herzog seinem Kaplan 
geben wollte, so vernehme ich, wie Monsignorc der Iianz- 
leipräsident gesagt, dass der Bruder BafaePs von Urbino?) 
die Anwartschaft darauf hat. Wir wussten nicht, dass sie 
1) Gaye, Cartvggio etc., H, p. 146, 
2) Ebendaselbst, p. 149. Von diesem Bruder RafaePs hat. sich 
keine weitere Notiz vorgefunden; doch glaubt Gaye, er sei ein 
Stiefbruder RafaPPs von väterlicher Sc-iio gewesen.
        

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