Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522633
RufhePs 
Brief 
seinen 
Oheim. 
37 
Urbinischen Dialekt geschriebenen Urtextes darbieten, sich 
in der Übersetzung einige Unklarheiten befinden, so Sghgint 
es angemessen,__hier eine den Sinn des Originals getreuer 
wiedergebende Übersetzung mitzutheilen.  
Des Briefes Übertragung lautet demnach wie folgt: 
Werthester an Vater Statt! 
Ich habe einen mir sehr lieben Brief voniEuch empfan- 
gen, indem ich daraus ersehe, dass lhr mir nicht zürnt. In 
der That würdet Ihr auch unrecht thun, wenn Ihr bedenkt, 
wie lästig es ist, ohne wichtigen Grund zu schreiben; jetzt 
da er mir sehr wichtig ist, antworte ich Euch, um Euch 
Vollständig mitzutheilen, was ich zu Elll'8l' Aufklärung zu 
sagen vermag. Was zuvörderst eine Frau zu nehmen an- 
belangt, so crwidere ich Euch rücksichtlich derjenigen, 
welche Ihr mir zuerst zugedacht, dass ich sehr froh hin und 
Gott beständig danke, weder diese noch eine andere genom- 
men zu haben; und darin war ich weiser als Ihr, der Ihr 
sie mir gehen wolltet. Ich hin überzeugt Ihr seht gegen- 
wärtig auch ein, dass ich sonst nicht auf der Stelle wäre, 
wo ich jetzt bin, denn ich habe gegenwärtig in Rom schon 
Besitzungen im Werth von 3000 Golddukaten und Ein- 
künfte von 50 Scudi in Gold. Sodann hat Seine Heiligkeit, 
unser Herr, indem er mir die Leitung des Baus der Peters- 
kirche tibertrzigen, mir noch einen Gehalt von 300 Dukaten 
in Gold ausgeworfen, die mir so lange ich lebe nicht fehlen 
werden, und ich bin überzeugt noch mehr zu erhalten; so- 
dann werden mir alle meine Arbeiten nach meinen Schätzun- 
gen bezahlt, und habe ich jetzt angefangen ein anderes 
Zimmer für Seine Heiligkeit zu malen 1), welches sich auf 
1200 Golddukaten belaufen wird, sodass ich Euch, theuer- 
ster Oheim! Ehre mache und allen Verwandten und dem 
Vaterlande; doch höre ich nicht auf Euch immer mitten im 
Herzen zu tragen, und wenn ich Euch nennen höre, so 
glaube ich meinen Vater nennen zu hören. Beklagt Eüßh 
nun nicht über mich, dass ich Euch nicht schreibe, da ich 
Bu 
1) Hier ist 
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Zimmer 
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des
        

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