Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522540
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ÄNSSCTB 
Einflüsse 
ailf 
Rafacfs 
Kunst. 
ihm eigenthiiinlichen Genius kCllSCll6l' Schönheit und lebens- 
voller Grazie durchströmt sind und wie er in ihnen ein 
überaus reiches und tiefes Leben in den Charakteren entfal- 
tete. Hierin unterscheidet er sich sehr von der mehr plasti- 
schen Kunst der Antike und erhob sich dadurch zu der Höhe 
der ehristlich-classischen Geistescnltur seiner bevorzugten 
Zeitepoche. Daraus geht auch hervor, wie Rafael seinem 
geistigen Wesen und seinem edeln und reinen Sinn bis zum 
Ende seines Lebens treu blieb, und er hiedurch auch be- 
fähigt ward, neben den Darstellungen aus der antiken lllythe 
zugleich auch die viel höhere und seelenvollere linnst, welche 
der christlichen Anschauungsweise entspringt, zu erfassen 
und in nie zuvor gesehener Herrlichkeit den reinsten reli- 
giösen Sinn in Bildern vorzuführen. Hiebei erinnern wir 
nur an seine Darstellungen aus dem Leben der Apostel und 
an seine Sixtinisehe Madonna, das beWunderungstävürdigste 
YVerli dieser Art und aus dem letzten Jahre seines Lebens. 
VII. 
Über 
(Zussere 
Einflüsse 
auf 
Rafaefs 
Kunsl. 
Selbst der genialste Künstler ist mehr oder weniger, 
besonders in seiner Jugend, den Eindrücken des ihn umge- 
benden Lebens auf seine Phantasie unterworfen. Diese 
Wahrnehmung lässt sich besonders in den Werken der frühern 
Epochen treuer Naturauffassung' machen, sowohl in denen 
von Toseana und Venedig, als in denen der Lombardei. 
Auch bei Rafael insbesonderesind solche Einflüsse unver- 
kennbar. So hielt er in seiner frühen-n Periode die Propor- 
tionen des menschlichen Körpers etwas schlank, gleich dem 
Wuchs des Volkes im Urbinisehen, in Ünlbrien und in Tos- 
eana; nnfäinglicll auch noch während seines Aufenthalts in 
Rom. Als Beispiele lliefür erwähnen wir hier nur sein
        

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