Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522528
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Einfluss 
der 
Antike 
auf Bufilefs 
K unsl. 
irgend eiuen wesentlichen Einfluss auf seine Kunstrichtung 
gehabt hätten. Dennoch darf angenommen werden, dass er 
sie mit freudiger Anerkennung betrachtete und dass sie auf 
die Läuterung seines Geschmacks oder auf die Schönheit 
seiner Zeichnung eingewirkt haben, wie hieven sein Bild- 
chen der drei Grazien, Welches er der antiken lllarmorgruppe 
im Chorbiichersaal des Doms zu Siena entlehnt, ein unzwei- 
felhaftes Zeugniss gibt. Tiefer eingehende Einflüsse und 
weitere Beispiele, dass er antike Gegenstände behandelt habe, 
finden sich dagegen bei ihm in jener Zeit nicht vor. im 
(iiegentheil trugen eben sowohl seine Studien bei Perugino 
und nach Masaccio und Leonardo da Vinci, als sein ver- 
trauter Umgang niit Fra Bartolomeo nur dazu bei, ihn in 
der Richtung christlicher Hunstanschauungen und Traditionen 
zu halten und auszubilden. 
Auch noch in Rom, als er mit den Entwürfen zur Dis- 
puta und selbst zum Pan-nass beschäftigt war, tritt ein gründ- 
liches Studium nach der Antike nicht bestimmt hervor. Den- 
noch konnte es nicht fehlen, dass die antike Kunst, welche 
ihn jetzt in so imposanter Weise umgab, und der vertraute 
Umgang mit gelehrten Freunden, die ganz im classischen 
Alterthum heimisch waren, auch ihren Einfluss auf HafaelÄs 
iiunst ausüben mussten. Die Darstellung der griechischen 
Philosophie in der Schule von Athen gab hiezu noch beson- 
dern Anlass, da bei seinem Streben, möglichst historisch treu 
in seinen historischen Bildern zu sein, das Studium des an- 
tiken Costiims und der Bildnisse und Systeme der griechi- 
sehen Philosophen ihn ganz einfach zum genauern Eingehen 
in die antike Welt und Anschauungsweise führen mussten. 
Wie sehr Rafael dieses g'ethan, ersehen wir nicht nur aus 
dem bewunderungswürdigen Gemälde der Schule von Athen 
selbst, sondern auch aus seinen Conlpositionen zu vielen 
mythologischen Gegenständen, wie das Urtheil des Paris, 
das Quos ego, die Lucretiai u. a., welche er alle um diese 
Zeit, ums Jahr 1510, entworfen hat und die uns durch die 
meisterlichen] HlIPliBPSIlClIC danach von Marc Anton erhal- 
ten sind. 
Sodann waren es auch noch dic rXuftriigc, welche lin-
        

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