Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522508
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Die 
ßblrule 
Athen. 
wahrseheinlichere. ln den studirenden Jünglingen sind auf 
eine sehr lebendige Weise verschiedene Grade von F äihig- 
keiten dargestellt: dem ersten vornknienden sieht man es 
an, dass er bei aller Anstrengung doch zu wenig Fassungs- 
kraft besitzt, die Demonstration zu begreifen, während der 
sich auf ihn stützende Jüngling sie schon scheint gefasst zu 
haben und ein dritter dabei kniender, bereits der Sache Herr, 
sich über dieselbe mit einem vierten Studiengenossen unter- 
hält, Worüber dieser freudig seine Bewunderung äussert. 
Bei dieser Gruppe stehen noch zwei ehrwürdige Gestal- 
ten, Repräsentanten der Astronomie und Geographie. In 
dem vom Rücken gesehenen Manne inköniglichem Mantel 
und mit. königlicher Pirone auf dem Haupte haben wir nach 
der zu RafaeFs Zeit allgemein verbreiteten Vorstellung den 
Claudias Ptolomäus zu erkennen, dessen Geographie bis in das 
16. Jahrhundert der Leitfaden aller Reisenden gewesenl), 
der aber öfters mit dem Ägyptischen Herrscher verwechselt 
wurde. Er hält einen Erdglobns in der Hand, während ein 
bärtiger Mann ihm zur Seite einen Himmelsglobus mit sei- 
ner Rechten erhebt; er stellt den Magier Zoroaster vor, 
welcher der Sage nach durch seine Voraussagnngen sich das 
Iieich der Baktrier zur Zeit des Ninas erworben hatte. 
Auch Petrarea bezeichnet in seinem „Trionfo della fama" den 
Zoroaster als Erfinder der Magie, welche mit der Astro- 
logie, oder Astronomie des Mittelalters, in genauer Verbin- 
dung stand. Zuletzt noch hat Rafael sich selbst und seinem 
damals in Rom anwesenden verehrten Meister Perugino eine 
bescheidene Stelle unter den Freunden der Wissenschaft an- 
gewiesen. 
Um eine vollständige Beschreibung dieser herrlichen Dar- 
stellung zu gebenyist noch der architektonischen Umgebung 
zu gedenken, welche dem- Ganzen einen überaus angemesse- 
nen und feierlichen Charakter gibt. Nach Vasari war es 
chimedes, deren Vasari, obgleich er die [Figur genau beschreibt, 
sich nicht bedient, gab wahrscheinlich das Sockelbildcheln unter 
derselben Anlass, welches Perino del Vaga erst unter Paul Ill. 
ausgeführt und die Ermordung des Archimedes in Syrakus darstelll, 
1) S. Alexander von Humboldt, Kosmos, II, S. "H4.
        

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