Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522455
Die 
Schule 
12072 
Athen. 
19 
im Grund erblicken wir einen andern seiner Verehrer, Wal 
Euklides von Megara, den Stifter der dialektischen Schule, 
welcher den Hauptgrundsatz der Eleaten: "dass nur Eins 
Sei", wieder aufstellte, und als Sokratiker dieses Eins nicht 
nur das Wahre, sondern auch das Gute nannte. 
Wir gelangen nun zu dem grössten der Schüler des 
Sokrates, zu Plato, welcher mit Aristoteles in der Mitte der 
versammelten Philosophen steht. Sie scheinen im Streitge- 
spräch über ihre philosophischen Systeme, die sich denn auch 
in mehreren wesentlichen Beziehungen entgegenstehen und 
im Mittelalter und besonders zu Rafaelis Zeiten zu leiden- 
schaftlichen Kämpfen unter Theologen und Philosophen Ver- 
anlassung gegeben haben. Plato, aus Solon's Geschlecht 
entsprossen (430 Jahre vor Christus geboren), ist anerkannt 
einer der edelsten und begablesteil Menschen, die je gelebt, 
und rücksichtlich seines sittlichen Charakters würdig, Seinem 
Lehrer Sokrates zur Seite zu stehen. Durch Studien, Rei- 
sen und Contemplation hatte der geniale Denker sich auf 
einen höhern Standpunkt der Speculation erhoben als alle 
ihm vorangegangenen Philosophen; ein Standpunkt, auf wel- 
chem er das VYahre aller philosophischen Bestrebungen sei- 
ner Zeit zu vereinigen strebte, und durch seine tiefe Er- 
kenntniss, dass ein höchster Gott ist, der nach den Ideen 
die Objecte gebildet, dass die menschliche Seele von ursprüng- 
licher Reinheit durch Schuld in das irdische Leben herab- 
gesunken, aber von Gott ihre Erlösung zu erwarten habe, 
den christlichen Ansichten schon nahe gekommen ist.  
Aristoteles aus Stagira (384 Jahre vor Christus gebo- 
ren), Schüler des Plato, Erzieher Alexander's des Grossen, 
war im Gegensatz zu seinem Lehrer der Philosoph des 
reilectireixden Verstandes. Er stieg in seinem System nicht 
wie Plato vom Allgemeinen zum Besondern herab, sondern 
vom Besondern zum Allgemeinen auf. Er verwarf daher 
die apriorischen Ideen des Plato und setzte sich die Erfor- 
schung der Natur, überhaupt das Gegebene, Vorhandene, die 
sogenannte Wirklichkeit zum Ziel. Sein ansserordentllcher 
Scharfsinn und die Masse von Kenntnissen, die er aus den 
Büchern und Naturheobaichtungen sammelte, erhoben ihn zum 
Qü
        

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