Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522399
Die 
Schule 
'12 O71 
Alleen. 
13 
Die 
Schule 
1707i 
Athen. 
Obgleich wir bereits von diesem berühmten Gemälde 
eine ausführliche Beschreibung gegeben, so blieben doch da- 
bei einige Punkte im Unklaren und zeigte es sich bei fort- 
gesetzten Studien und Nachforschungen über dasselbe, dass 
von den vielen von Vasari bei Erklärung dieses Werks 
begangenen Versehen einige bis auf die letzten Zeiten in 
Geltung geblieben sind. Bei dem hohen Interesse, welches 
dieses herrlichste Werk des Meisters von jeher erregt hat, 
scheint es angemessen, hier nicht allein einige Irrthümer zu 
berichtigen, sondern noch einmal das inhaltsreiche Bild in 
seinem ganzen Zusammenhange dem Leser zur Anschauung 
zu bringen. 
Zuvörderst machen wir wiederholt darauf aufmerksam, 
dass wir angesichts des grossen Werks selbst die Über- 
Zeugung gewannen, Rafael habe iu diesem Bild nicht nur 
das Leben, sondern auch die historische Entwickelung der 
griechischen Philosophie anschaulich machen wollen, und dass 
er sich zu diesem Behufe hauptsächlich der zehn Bücher des 
Diogenes aus Laerte, Nachrichten über berühmte Philo- 
Sophen enthaltend, bedient hat. Dieses Werk war damals 
hlcht allein in Italien sehr verbreitet, sondern viele Motive 
In dem Gemälde RafaePs erinnern überraschend an die be- 
treüißllden Angaben des Schriftstellers. 
Diesem historischen Leitfaden folgend, erblicken wir zu- 
vörderst auf der linken Seite des Vordergrundes vier Griin- 
der philosophischer Schulen, welche dadurch bezeichnet sind, 
dass sie auf besondern Postamenten sitzend, daran stehend 
oder sich anlehnend, gewissermassen als tinabhängig er- 
scheinen. Der älteste der hier dargestellten Philosophen ist 
Pythagoras aus Samos, der um 550 Jahre vor unserer Zeit- 
Pechnung zu Piroton in Italien eine philosophische Schule 
stiftete, die zugleich auf intellectuelle, religiöse und sittliche
        

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