Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1522388
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M alereicn 
in 
der 
Stauza 
llella 
Segnatura. 
von Athen und im „Trionfo d'Amore", Cap. 1, 4, die des 
Parnasses. Auch in der bildenden Kunst hatte schon im 14. 
Jahrhundert der Maler Francesco Traini, ein Schüler des 
Orgagila, für die Kirche S. Caterina zu Pisa ein Gemälde 
ausgeführt, welches der Dispnta und der Schule von Athen 
verwandte Gegenstände enthält; dieselben hat später auch 
Benozzo Gozzoli in einem grossen Altarbild, welches sich 
jetzt in der Galerie des Louvre belindet, angewendet 1). 
Rafael, der in Urbino und Florenz in so vertrauten: Um- 
gang mit Gelehrten gelebt, musste hiednrch eben sowohl mit 
den Werken jener Dichter bekannt geworden sein, als durch 
seine Reisen ihm die erwähnten Malereien zur lienntniss 
gekommen sein werden. Es lag somit ganz im Bereich 
seiner Ausbildung, Ideen in sich entstehen zu sehen, wie 
er sie uns durch die ltlalereien in dem Zimmer della Segnu- 
tnra mit so grosser Pilarheit zur Anschauung gebracht hat. 
Über das Specielle konnte er sich dann immer mit gelehrten 
Männern berathen, wie unter Andern mit den damals in Rom 
anwesenden Inghirami, Sadoleto und dem jüngern Beroaldo, 
deren Bekanntschaft zu machen er obne Zweifel sehr bald 
Gelegenheit fand. 
Zu der Beschreibung von dem Bild des Parnasses ist 
anzumerken, dass von den Dichtern, welche sich in der 
Nähe des Pindar und Horaz befinden, der am Rand ste- 
hende das Bildniss des Sannazzaro ist, während Antonio 
Tebuldeo in jenem Dichter erkannt wird, der zunächst der 
Muse steht, und der zweite soll Boceaccio vorstellen. 
 1) Abbildungen dieser beiden Bilder befinden sich in RosinPs 
„Storia della pittura italiana", Tav. XX und CCV. Das erste der- 
selben zeigt in der Mitte den h. Thomas von Aquin als Centrnm 
aller Weisheit; seine Bücher haltend, sitzt er in Sphären, in denen 
zu seinen Seiten Plato und Aristoteles ihm ihre Werke, den "Timäus" 
und die "Ethik" vorhalten. Oben thront Christus, von dem Strah- 
len des göttlichen Geistes auf Moses, die vier Evangelisten und 
Paulus herabströmen, sowie auch Strahlen der Wissenschaft von 
dem zur Erde liegenden Averroes. Unten steht Papst Urban VI, 
von vielen Geistlichen umgeben.
        

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