Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1524261
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Zusätze 
und 
Bericlltigzuzyen 
leto gebaut habe, hat sich als irrig erwiesen, da es nach 
einer wieder aufgefundenen Inschrilt der Arzt des Papstes 
Leo X., Giacopo da Breseia, hat erbauen lassen. Aus 
Aeten hat sich auch ergebenl), dass im Jahre 1515 der 
Papst ein Grundstück am Eck der Via Sixtina und Ale- 
xandrina um 1000 Dukaten an Giaeomo da Bartolemeo da 
Breseia verkaufen liess und dass dieser, um als Arzt des 
Papstes stets in seiner oder des Vatieaus Nähe zu sein, 
darauf ein Haus bauete. Noch sahen wir am Fries der 
Nebenseite des Hauses folgende, obige Angabe bestäti- 
gende Inschrift: LEONIS X PONT. MAX. LlBERALl- 
TATE IACOBVS BHIXIANVS CHlRVIiGVS AEDIFI- 
(AIAVIT. und darüber einen LÖWBIIkOPf. Diese Angaben 
verschwanden jedoch bei einer allgemeinen Herstellung die- 
ses Ilauses im Jahre 1845, die ihm überhaupt in seiner 
Erscheinung keinesivegs zum Vortheil gereiehte, wie na- 
mentlich ein, gegen die massive Bauart des Gebäudes sehr 
abstechender, sehr mager gehaltener Balcon von geschmie- 
detem Eisen. Trotz dieser Veranstaltungen zeigt es in 
seinen wesentlichen Theilen noch so sehr den Baustyl Ra- 
faePs, dass nicht daran gezweifelt werden kann, dieser habe 
den Plan dazu gemacht, und erklärt sich dieses auch ganz 
einfach durch das Verhätltniss, in welchem er zu dem Arzt 
des Papstes durch sein tägliches Erscheinen bei Hof musste 
gestanden haben. Das Haus von drei Stockwerken ist von 
Baeksteinen ausgeführt, hat aber starke Thür- und F enster- 
bekleidungen und Gesimse von gehauenen Peperinsteinen. 
Der Stock zu gleicher Erde in Rustico hat in der Mitte 
eine Eingangsthür und zu den Seiten immer zwei lilagazin- 
öffnungen mit kleinen Fenstern darüber. Die fünf Fenster 
des Stockes, eine Stiege hoch, sind abwechselnd mit spitzen 
oder gerundeten Giebeln bedeckt und durch toscanische oder 
dorisehe Pilaster getrennt, welche immer noch einen halben 
zu den Seiten haben, was ihnen eine gewisse Fülle verleiht 
und zum mächtigen Charakter des Ganzen sehr harmonirt. 
1) S. Pontani Opere arch. di Raffaello Sanzio etc., 
und Gaetano Marini, degli archiatri Ponteficj (Roma 1784).
        

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