Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1524059
Verzeicleniss 
der 
Genzäldc 
RafaeFs. 
175 
nicht das erste mal, dass ein Gemälde des Timoteo für 
Rafael ist gehalten worden, und besitzt die Brera in Mai- 
land eine Madonna, von Heiligen umgeben, welches Bild mit 
Wasserfarben auf Leinwand gemalt, längere Zeit für ein 
Jugendwerl; des Urhinaten ist gehalten worden, bis ein in 
Urhino gefundenes Document erwiesen, dass diese (durch 
Ahbliittern jetzt sehr zerstörte und nicht ausgestellte) Ma- 
lerei von Timoteo Viti ist ausgeführt werden. Wie sehr 
dieser übrigens bemüht war, Rafael nachzuahmen, bezeugt 
nicht nur Vasari, sondern ergibt sich auch aus vielen von 
ihm gefertigten Zeichnungen, die meist als solche des gros- 
sen Meisters ausgegeben werden. VVir glauben daher die 
begründete Behauptung aussprechen zu dürfen, dass das 
Bildchen des Apollo und Marsias im Besitz des Bilderhünd- 
lers Morris Moore in London ein Werk des Timoteo Viti 
aus Urhino ist. 
Die 
allegorische 
Fzgur 
des 
Friedens. 
Die nackte weibliche Figur mit Flügeln von Pfauen- 
fctlern steht am Meer, hält in der Rechten einen Oliven- 
zweig und blickt aufwärts nach einem goldenen Strahl des 
Lichts. Die entfernten Ufer mit einem Seehafen sind sehr 
nach antiker Weise behandelt, auch erinnert die schöne 
Zeichnung der Figur an eine der drei Grazien der antiken 
lllairmorggruppe im Dom zu Siena. Die Knöchel der Beine 
der Pax sitzen aber nicht richtig und gar nicht wie stets 
bei Rafael. Dennoch wird dieses Bild diesem Meister zu- 
geschrieben. Da es nun eine eigenthümliche Mischung der 
Darstellungsweise des Francesco Franeia und der des jun- 
gen Rafael zeigt, so dürfte es, gleich vorstehendem, ein 
Werk des Timoteo Viti aus Urbino sein. Ich sah es 1843 
im Besitz des Hrn. Charles Laird Wigram aus London in 
Berlin; nach einer Notiz im Constitutionel ist es im März 
1847 in Paris verkauft worden. L. Calamatta soll einen 
liupferstich danach gefertigt haben.
        

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