Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523932
V erieiclaniss 
der 
Gemälde 
BafaePs. 
163 
die liapelle in S. Agostino zu Periigia zu malen verspi-Q- 
elien habe.  
Uns scheintdiese Beweisführung für die Autorschaft 
RafaePs auf sehr schwachen Gründen zu beruhen, denn je.- 
ner Schriftsteller erwähnt kein einziges Bild RafaePs, für 
die Aiigustinerkirche bestimmt, sondern die für Maddalena 
degli Oddi um 1503 gemalte Krönung lllariä, sowie auch 
die für Atalante Baglioni im Jahre 1507 ausgeführte Grab- 
legung befanden sich beide ursprünglich in der Franeiscaner- 
kirclie zu Perugia bis zu ihren Versetzungen nach Pa- 
ris, jetzt in den Vatican und in die Galerie Borghese zu 
Boni. Ob Förster die Jahreszahl (1505) richtig gelesen, 
müssen wir vorerst dahingestellt sein lassen, indem wir auf 
dem (dölälilltlö  Anbetung delr I-iögige, weldche in Sjxägo- 
stino ein  am zugescirie en wir , eine a res- 
zahl nicht entdeckt haben; wohl aber finden wir in unserer 
vor dem Bilde gemachten Notiz die Bemerkung, dass des- 
sen Behandluiigsweisc der gegen Mitte des 16. Jahrhun- 
derts in Perugia üblichen entspreche. Dass es ein Werk 
Rafaelis sein könne, kam uns dabei nicht im entferntesten in 
den Sinn.  
In der Augnstinerkirche bcfindetsich indessen noch ein 
anderes Altarblatt, die Anbetung der drei Könige darstel- 
lcnd, welches Vasari dem Eiisebio di Sangiorgio zuschreibt 
und auch in diesem unserm Werk I S. 512 erwähnt wird. 
Sollte Förster von diesem Gemülile isprecheni, so wäre des- 
sen Verwandtschaft mit HafaePs Jugendwerken allerdings 
begründeter; allein es ist bekannt, welchen Einliuss Letzte"- 
rer auf seine Mitschüler ausgeübt und namentlich 11m5 Jahr 
1505, weshalb wir die Angabe des Vasari immerhin für 
richtig erachten dürfen. Wäre es aber ein Bild von Ra- 
D    
fael, so ist sicher anzunehmen, dass Vasari auch davon un- 
terrichtet gewesen wväii-e und es als ein solches bezeichnet 
hätte. Es ist zu bedauern, dass dein hericliterstattenflßn 
Hl1IlSiiÖl'SCl'lßl' die sichern Angaben des Vasari nicht iin Ge- 
dächtniss waren und er hierdurch in Verwirrung und Irr- 
thümer gerathen ist. Auch scheint es ihm. unbekannt ge- 
blieben zu sein, dass der Contract des Cardinals F rancesco 
11' 
        

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