Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523909
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Zusätze 
zavzcl 
Bcriclzl-igungen 
Zlt 
dem 
Nachtrag 
Das 
Abendmahl, 
in 
Ünofrid. 
Frescogemälde , 
auf 30' Breite im Bogen. 
161 
In dem ehemaligen Befectorium des aufgehobenen Non- 
nenklosters S. Onofrio zu Florenz entdeckten im October 
1845 die Ilistorienmaler Carlo della Porta und Zotti eine 
Wandmalerei, das Abendmahl darstellend, welche aber, da 
dieser Raum einem Lackirer zur Werkstätte diente, vor 
Schmuz und Rauch kaum kenntlich war. Nach einigen da- 
mit vorgenommenen Reinigungen erkannten sie die Schön- 
heit des Werkes und es dauerte nicht lange, so schrieben 
sie das Frescogemälde dem Rafael zu und fanden später 
einen Beweis hierfür in der etwas undeutlichen, mit Zierathen 
unterbrochenen goldenen Inschrift: RAP. VR. ANNO. MDV. 
an dem Ifileidersaum des Apostels Thomas. Auch glaubten 
sie behaupten zu können (was sich jedoch als falsch erwies), 
dass eine Soderini um jene Zeit Vorsteherin des Klosters 
gewesen und es hierdurch leicht erklärlich sei, dass der junge 
Rafael den Auftrag zu diesem Werke erhielt, da dieser ja 
einen Empfehlungsbrief der Johanna della Iiovere an den 
Gonfaloniere Soderini nach Florenz mitgebracht hatte. Trotz 
vielen Gegenreden nahmen viele der ausgezeichnetsten Künst- 
ler, einheimische und Ausländer, lebhaft Partei für die 
Ansicht, dass dieses Abendmahl ein Werk des Urbinaten 
sei, sodass die toscanische Regierung sich bewogen fühlte, 
das Local um 700 Scudi zu erwerben und für das Wund- 
gemälde weitere 12,000 Scudi zu zahlen. Seitdem jedoch 
verschwand, wie man mir versichert hat, bei dem leichtesten 
Waschen obige Inschrift und verlor sich der Glaube an ihre 
Echtheit. Das Local, früherhin dem kunstlicbenden Publi- 
cum auf liberalste Weise geöffnet, wurde geschlossen und 
der Enthusiasmus für das Bild, als ein Werk RafaePs, ist 
erloschen. 
Dennoch gewährt das Gemälde ein eigenthiimliches In- 
teresse, da es das ausgezeichnetste bisher bekannte Exem- 
plar dieser Composition ist, welche wir öfters in der Schule 
des Perugino antreffen und wol sicher von dem Meister
        

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