Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523769
Madonna 
di 
San 
Sisto. 
( Nr. 240 2 
Über dieses ausserordentliche Werk BafaePs bleibt uns 
demhierüber Gesagten nur Weniges beizufügen oder zu 
berichtigen. Vor allen Dingen ist der Ansicht des Hru. 
von Rumohr entgegenzutreten, dass, weil das Bild auf Lein- 
wand gemalt ist, es ursprünglich zu einer Processionsfahuc 
gedient habe. Allerdings pflegte Rafael seine Altarblätter 
auf Holztafcln zu malen, jedoch haben wir selbst an einem 
Bild von massiger Grösse, dem Johannes dem Täufer in 
der Tribune zu Florenz, ein Beispiel, dass er in seiner 
letzten Periode auch auf Leinwand gemalt hat. Aber auch 
abgesehen davon, ist es im höchsten Grad unwahrscheinlich, 
dass Bafael, damals auf den Gipfel seines Buhmes gelangt, 
sich dazu würde verstanden haben, ein mit der grössten 
Sorgfalt von ihm selbst ausgefiihrtes Gemälde zu einem 
Zweck zu verwenden, der, wie eine Proeessionsfahne, be- 
ständigen Unfällen ausgesetzt ist. Und ebenso Wenig kann 
man glauben, dass man diesem hochgefeierten Meister einen 
solchen Antrag zu machen gewagt hätte. Auch sah und 
bewunderte schon Vasari dieses Gemälde auf dem Haupt- 
allar der Klosterkirche des h. Sixtus zu Piacenza, ohne 
auch nur im geringsten, eine solche Benutzung des Bildes 
zu erwähnen, vielmehr spricht er davon als von jeher für 
den Altar bestimmt, und begeht selbst das Versehen, das- 
selbe auf Holz gemalt zu glauben. Die Ursache, weshalb 
Rafael dieses Bild auf Leinwand gemalt, dürfte einzig darin 
liegen, dass man die Transportkosten von Rom bis nach 
Piacenza zu erleichtern suchte; wahrscheinlich stellten ihm 
selbst deshalb die lilostergeistlichen die Bedingung bei dic- 
sem Gemälde, das in der Yenetianischen Schule übliche Ver- 
fahren zu befolgen. 
Den Ankauf dieses Altargemäldes betreffend, erhalten 
wir durch das trefflich abgefasste Verzeichniss der Dresdener 
Galerie von Julias Hühner einige zuverlässige Angaben, 
welche hier mitzulbeileu sind. Schon als Kronprinz bewun-
        

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