Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523726
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Zusätze 
und 
Berichtigungen 
empfundenem Ausdruck und hoher Schönheit, athnlet HafaePs 
Genius_ Am Christkind sind dagegen die Muskeln zu stark 
angegeben, was jedoch vielleicht einer Herstellung zuzu- 
schreiben ist. Der schwächste Theil in der Malerei sind 
die Engel, deren Zeichnung und Modellirung scharf und 
hart sind, auch gehen hier die Schatten ins Schwiirzliche, 
aber wahrscheinlich gleichfalls in Folge einer Übermalung, 
denn das Bild hat überhaupt in einzelnen Theilen merklich 
gelitten. Hatte es nun durch die von Giulio Romano ge- 
leistete Hülfe schon anfänglich nicht jene Farbenharmonie, 
welche wir in andern von Rafael allein ausgeführten Ge- 
mälden zu bewundern haben, so musste es durch die öftern 
Herstellungen noch weit mehr im Colorikverlieren, was 
überhaupt mit allen grössern Bildern IiafaeVs im Louvre 
der Fall ist, wodurch in F rankreieh die Meinung aufkommen 
konnte, Rafael sei ein schlechter Colorist gewesen. 
Kupferstiche: Richomme "et Dien sc. gr. fol.  N. Des- 
madryl sc. imp. fol.  Lith. _p. Leon Naäl. gr. fol.  
Die 
heilige 
Margaretha. 
234 , 
 Dürften wir der Angabe des Pierre Dan in seinem 
Werke: „Le tresor des "merveilles etc. de Fontainebleau" 
(1642), p. 135, Glauben beimessen, so hätte ein Herr aus 
Florenz das Bild der Margaretha von Rafael in die Kirche 
von Saint Martin des ehamps zu Paris gestiftet und hätte 
es" nachmals König Heinrich IV. zum Gesehenk erhalten. 
VVii-ersahen indessen bereits aus der an Priniaticeio im 
Jahre 1530 gemachten Zahlung für Herstellung von vier Ge- 
mälden BafaePs, dass schon damals das der lllargarethzi 
im Besitz des Königs Franz I. war und folglich Pierre Danl 
falschen Anssagen gefolgt ist. 
Dieses Gemälde hat mehr als alle übrigen Werke Ha- 
faePs in der Galerie des Louvre gelitten nnd ist zum grossen 
Theil auf eine nnverzeihliehe Weise Übßflllillt. Namentlich 
sind das blaue Gewand und der rothe Mantel der lilargarethti 
in der Art des 18. Jahrhunderts sehr trocken in den Farben
        

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